Home Region Sport Magazin In-/Ausland Agenda
Wirtschaft
30.10.2021

Aktienmärkte haben sich gut gehalten

Christopher Chandiramani: «Zahlreiche Semesterabschlüsse sorgen für viel Bewegung, vor allem bei den Technologiewerten.» Bild: Linth24
In der Berichtswoche änderte sich die Schweizer Börse nur geringfügig. Zwischen den Sektoren und Titeln gab es jedoch grosse Unterschiede. Der SMI hielt sich tapfer über 12'000 Indexpunkten.

Unverändert sind die steigenden Kosten für Energie und Rohstoffe, Verknappung bei den Halbfabrikaten (Chips) und Transportkapazitäten, sowie dadurch zunehmende Teuerungs- und Zinsängste.

Vorerst keine Zinsbeschlüsse der EZB – obwohl sich die Wirtschaft in der Euro-Zone weiterhin kräftig erholt und die Inflationsrate den höchsten Wert seit 2008 erreicht hat. Die EZB führt die Teuerung auf Sonderfaktoren zurück (Pandemie) und hält sie daher für nicht anhaltend.

Die SNB weist trotz einem kleinen Verlust im 3. Quartal für die Monate Januar bis September einen Reingewinn von über 41 Mrd. CHF aus. Dieser stammt insbesondere aus den Fremdwährungspositionen, aber auch Aktien und Gold trugen zur guten Entwicklung bei. Bund und Kantone sind am Gewinn beteiligt.

Unternehmensnachrichten

Zahlreiche Semesterabschlüsse sorgen für viel Bewegung, vor allem bei den Technologiewerten. Den Paukenschlag der Woche gab es bei Facebook. Der Konzern nennt sich in Zukunft «Meta». Mit dem neuen Namen will Gründer Marc Zuckerberg den Fokus auf die neue virtuelle Umgebung «Metaverse» lenken, d.h. digitale Kommunikation. Alle seine sozialen Medien wie WhatsApp, Instagram, Messenger und Facebook usw. sollen unter einem Dach zusammengefasst werden.

Die Swiss Re hat in den ersten neun Monaten 2021 mehr verdient als erwartet, obwohl Wirbelstürme, Hagel und Überschwemmungen das Geschäft stark belastet haben. Swiss Re erzielte in den ersten neun Monaten des Jahres einen Reingewinn von über 1.25 Mrd. USD, dies nach einem Vorjahresverlust.

Ebenfalls hat Ems-Chemie in den ersten neun Monaten 2021 den Umsatz deutlich gesteigert. Aber der weltweite Chipmangel belastete die Autobauer – die wichtigste Kundengruppe. Der Umsatz von Januar bis September stieg um 30.5 Prozent auf 1.69 Mrd. CHF. Gemäss Mitteilung der Unternehmung hat der Umsatz habe auch im dritten Quartal denjenigen vor der Pandemie übertroffen.

Bei Swisscom entsprachen die Neunmonatsergebnisse nicht den Erwartungen. Der Konzern wächst umsatzmässig kaum, verliert Kunden, hat ein Gerichtsverfahren betreffend Glasfaserleitungen verloren und der 5G-Netzausbau verläuft schleppend, Aktienkursverlust über 7 Prozent nach Bekanntgabe.

Die UBS, grösste Schweizer Bank, machte im dritten Quartal einen Gewinn von 2.28 Mrd. USD, im Vergleich zum Vorjahr rund 10 Prozent mehr. Damit übertraf die UBS die bereits starken Vorjahreswerte. Es war sogar das beste Ergebnis seit 2015.

Im dritten Quartal kletterte bei Holcim der bereinigte operative Gewinn (Ebit) des Zement-Weltmarktführers um 4.7 Prozent auf 1.53 Mrd. CHF. Der Umsatz stieg um 12 Prozent auf 7.29 Mrd. (inklusive Akquisition Firestone Building).

Die Bernischen Kraftwerke BKW präsentierten sich am Capital Markets Day bezüglich Wachstumsstrategie, Photovoltaik. Ein starkes Wachstum wird in den kommenden Jahren angepeilt, Kursgewinn der Aktie im Oktober 17 Prozent.

Die Medizinaltechnikgruppe Skan hat am Donnerstag den Schritt eines IPO an die Schweizer Börse SIX gewagt und Aktien platziert – der Start ist gelungen, Ausgabepreis CHF 54, gestiegen bis über 75.

Aussichten

Engpässe bremsen momentan eine zu einer Überhitzug neigende Wirtschaft. In den USA ist das Wachstum ist im dritten Quartal leicht zurückgegangen, es bestehen aber Lieferengpässe, Fachkräftemangel und die Inflationsrate stieg auf über fünf Prozent. Diese Sondersituation hemmt auch die Notenbanken bezüglich Zinsentscheiden.

Die Corona-Pandemie ist an der Börse kein Thema mehr. Im Moment rechnet niemand mit Lockdowns in Mitteleuropa oder den USA, trotz saisonbedingt steigenden Fallzahlen.

Somit werden die Aktienkurse weiterhin von den Zwischenergebnissen beeinflusst.

Christopher Chandiramani, Börsenanalyst und freier Mitarbeiter Wil24