Home Region Sport Magazin In-/Ausland Agenda
Niederhelfenschwil
30.10.2021
31.10.2021 09:12 Uhr

Aktiv am Dorf-, Gemeinde- und Vereinsleben teilnehmen

Am letzten Oktobersamstag versammelten sich rund 100 eingeladene Mitbürger und Offizielle. Bild: Ernst Inauen
Nach dem letztjährigen Ausfall wegen Corona lud der Gemeinderat alle Neuzuzüger der Gemeinde Niederhelfenschwil zu einem Treffen bei der Kobesenmühle ein. Beim Willkommensanlass lernten die Teilnehmenden die Mitglieder des Gemeinderates und die Vertreter der Dörfer näher kennen und konnten sich untereinander austauschen.

Ernst Inauen

Zum traditionellen Anlass wurden alle 2019 und 2020 neu in die Gemeinde Niederhelfenschwil zugezogenen Mitbürgerinnen und Mitbürger eingeladen. 71 Erwachsene und 24 Kinder folgten der Einladung, die Behördenvertreter eingeschlossen. Die Gemeindeverwaltung organisierte den Anlass zusammen mit Mitgliedern des Stiftungsrates Kobesenmühle. Gemeindepräsident Peter Zuberbühler begrüsste die teilnehmenden Personen, welche  eines der drei Dörfer als ihren neuen Wohnort wählten, und hiess sie herzlich willkommen. Er stellte seine vollzählig anwesenden Ratskolleginnen und Kollegen Esther Nietlispach, Johanna Burri, Ruedi Gschwend und David Buchmann vor. Als Vertreter des Dorfes Niederhelfenschwil kontaktierte Albert Bleichenbacher die Neuzuzüger. Dorfpräsident Eugen Nietlispach und Richard Baumann vertraten Zuckenriet und Karin Meienhofer das Dorf Lenggenwil. Nach der ersten gegenseitigen Vorstellung führte eine gemütliche Wanderung hinunter zur historisch bedeutenden Kobesenmühle.

Gemeindepräsident Peter Züberbühler hiess die Anwesenden in der Gemeinde willkommen. Bild: Ernst Inauen
Gemeinderat (v. l.): David Buchmann, Marvin Flückiger (Ratsschreiber), Johanna Burri, Esther Nietlispach und Ruedi Gschwend Bild: Ernst Inauen

Lebendige Gemeinschaft

Leider konnten die Teilnehmenden wegen des dichten Nebels und der Kälte den Spaziergang hinunter zur idyllisch gelegenen Kobesenmühle nur eingeschränkt geniessen. Diese authentisch erhaltene Gedenkstätte gilt neben dem Schloss Zuckenriet als zweites Wahrzeichen der Gemeinde Niederhelfenschwil, in der rund 3‘200 Menschen wohnen. Davon sind in Niederhelfenschwil 1‘371, in Lenggenwil 812 und in Zuckenriet 1‘006 Personen ansässig. Die schöne Landschaft, die gute Infrastruktur, die Schulsituation mit drei Primarschulen und einem Oberstufenzentrum sowie die Nähe zu den grösseren Gemeinden Wil und Uzwil führten in den letzten Jahren zu einem steten, aber massvollen Wachstum. Zu einer lebendigen Gemeinschaft tragen zahlreiche Vereine bei. Das ermöglicht neuen Mitbewohnern, Kontakte zu knüpfen und sich in das Dorfleben einzubringen. Dies kam auch in verschiedenen Gesprächen zwischen den Vertretern der Dörfer und den teilnehmenden Neuzuzügern zum Ausdruck.

Bei Nebel und herbstlicher Kälte wanderten die Teilnehmenden zur Kobesenmühle. Bild: Ernst Inauen

Mühle aus dem 17. Jahrhundert

Die grosse Anzahl der interessierten Mitbewohnerinnen und Bewohner erforderte eine Aufteilung in zwei Gruppen. Während sich die eine Hälfte dem angebotenen Apéro widmete, konnten die Anderen den Naturgarten und die Ausstellung besichtigen. Präsidentin Cornelia Scherrer und Olivier Zobrist von der Stiftung Wilhelm Lehmann übernahmen die Führungen. Zobrist, Mitglied des Stiftungsrates blickte in seinem informativen Kurzreferat zurück auf die Jahrhunderte alte Geschichte der Kobesenmühle. „Als ehemaliger Kehlhof der Fürstabtei St.Gallen hatte die Kobesenmühle eine regionale Bedeutung. Die 1698 erbaute Mühle war auch für die wirtschaftliche Versorgung der Bevölkerung verantwortlich“, informierte er. 1917 habe der Künstler und Philosoph Wilhelm Lehmann das Anwesen gekauft und sei mit seiner Gattin in das idyllische Anwesen eingezogen. Dort wirkte er als Schnitzer, Bildhauer und Philosoph.

Bild: Ernst Inauen
Der Gastkünstler Erwin Schatzmann stellte neben seinem Vorbild Wilhelm Lehmann einige seiner Werke aus. Bild: Ernst Inauen
Viele nutzten die Gelegenheit, den schönen Naturgarten zu besichtigen. Bild: Ernst Inauen
Olivier Zobrist erzählte die Geschichte der historisch bedeutenden Kobesenmühle. Bild: Ernst Inauen

Zwei Künstler und Denker

Die 1984 gegründete Stiftung Wilhelm Lehmann zeigt bei den jährlich wechselnden Ausstellungen im Sommerhalbjahr eine Auswahl seiner Werke und Gedanken. Gelegentlich sind dazu auch auswärtige Künstler eingeladen. Dieses Jahr konnte der Winterthurer Erwin Schatzmann einen Querschnitt seiner farbenfrohen Holzfiguren und Bilder zeigen. Auch die verschieden Sprüche und Gedanken, die kombiniert mit handschriftlichen Notizen von Wilhelm Lehmann in einer Vitrine präsentiert werden, weisen auf eine ähnliche philosophische Gedankenwelt der beiden Künstler hin. Beim Rundgang durch die Ausstellung bekamen die Besuchenden einen imponierenden Eindruck von der vielseitigen Schaffenskraft der Künstler. Das von der Gemeinde offerierte Mittagessen konnte in einem Zelt vor der Budig genossen werden. Jeder Gast konnte sich nach seinem Geschmack selber einen reichhaltigen Spiess aus einer von der Adlermetzg vorbereiteten Fleischauswahl zusammenstellen und auf einer der drei Grillschalen grillieren. Dazu lockten auch ein Salatbüffet und eine Getränkeauswahl. Zum Dessert sponserte die lokale Raiffeisenbank ein feines Dessertbüffet und Kaffee.

Zum Mittagessen gab es selber zusammengestellte Grillspiesse und Salate. Bild: Ernst Inauen

Durchwegs positive Eindrücke

Ludothek- und Jublaleiterinnen betreuten währenddessen die Kinder und spielten mit ihnen. So konnten die Erwachsenen ungestört neue Kontakte knüpfen und einen regen Austausch pflegen. Uzwil24 unterhielt sich nach der Verpflegung mit einigen neuen Mitbewohner über die Gründe für den Wohnortswechsel. Sie äusserten sich mehrheitlich positiv über ihren neuen Wohnort. Das Ehepaar Ute und Reto Pianto aus Graubünden suchten in der Region nach einer Wohnung, um näher bei der Tochter zu sein. Sie fanden nach langem Suchen eine moderne Wohnung in Niederhelfenschwil. „Diese landschaftlich sehr schöne Gegend hat uns zu diesem Schritt bewogen. Unsere Mitbewohner sind allesamt sympathisch. Nur ein Restaurant oder ein Café fehlt im Dorf“, fasste Frau Pianto ihre bisherigen Eindrücke zusammen. Unverhofftes Glück hatten Berit und Marius Krüsi, als sie nach dem Wegzug der bisherigen Besitzer am Schlossberg in Zuckenriet ein Einfamilienhaus übernehmen konnten. Sie zogen von der Stadt Winterthur in Krüsis Heimatkanton zurück. Sie sind von der exklusiven Wohnlage begeistert. Weil beide noch berufstätig sind, ist ihre Freizeit begrenzt. 

Reto und Ute Pianto wechselten ihren Wohnort von Maienfeld nach Niederhelfenschwil. Bild: Ernst Inauen
Marius und Berit Krüsi fanden im Schlossberg Zuckenriet ihr gewünschtes Eigenheim. Bild: Ernst Inauen
Ernst Inauen