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Kultur
31.10.2021
02.11.2021 08:34 Uhr

Die Musig Lenggenwil erfreute ihre Anhänger

Im ersten Konzertteil spielten die Musikantinnen und Musikanten in ihren schmucken Uniformen. Bild: Ernst Inauen
Mit einem abwechslungsreichen Unterhaltungsprogramm setzte die Musig Lenggenwil einen würdigen Schlusspunkt hinter ein stark eingeschränktes Vereinsjahr. Nach einem ersten Konzertteil mit schönen Melodien folgte unter dem Motto „Emotionen“ ein Überraschungsprogramm mit witzigen Dialogen und vielseitiger Blasmusik.

Von Ernst Inauen

Wie bei vielen anderen Vereinen lähmte in den vergangenen anderthalb Jahren die Corona-Pandemie auch bei der Musig Lenggenwil eine normale Vereinstätigkeit. „Wir konnten im Jubiläumsjahr, in dem wir unser 60-jähriges Bestehen hätten ausgiebig feiern wollen, nur wenige Anlässe durchführen. Geplante Konzerte und öffentliche Auftritte fielen mehrheitlich aus“, stellte Präsident Christian Senn bei der Begrüssung fest. Umso mehr habe er sich gefreut, dass in Kleingruppen trotzdem geübt und die Kameradschaft gepflegt wurde. Durch den dreiteiligen Unterhaltungsabend, der vor einem sehenswerten Bühnenbild mit dem Alpstein- Panorama stattfand, führte Moderator David Hugi mit informativen Ansagen zu den Hintergründen der Kompositionen. Erstmals wurden die beiden Unterhaltungen an einem Wochenende durchgeführt. Während am Samstag der Anlass gemäss Aussagen des Präsidenten gut besucht war, erfüllte am Sonntagnachmittag das wunderschöne Herbstwetter bezüglich der Besucherzahl nicht ganz die Erwartungen. Nach Programmende  spielte am Samstagabend das Quartett „HD Streule-Dörig“ aus Appenzell zu volkstümlicher Unterhaltung und Tanz auf. An der zweiten Aufführung am Sonntagnachmittag spielte das Trio „Pris Ne“.

 

Präsident Christian Senn wies bei seiner Begrüssung auf das beschränkte Programm des Jubiläumsjahres hin. Bild: Ernst Inauen

Blasmusik trifft Herz und Gefühl

In der Mehrzweckhalle eröffnete die Musig Lenggenwil unter der bewährten Leitung von Josef Meienhofer den ersten Konzertteil mit dem Militärmarsch „Army of the Nile“ von Kenneth J. Alford, arrangiert von Wesley Brown. Das gehörfällige Stück „Heimliche Liebe“ von Michael Kuhn weckte Liebesgefühle. In den klassischen Bereich wagte sich die Musikantinnen und Musikanten mit der Wahl einer anspruchsvollen Zusammenfassung vieler genussvoller Melodien von Ludwig van Beethoven mit dem Titel „Beethoven-Classical Highlights“, arrangiert vom belgischen Komponisten Frank Bernaerts. Dazu informierte der Moderator über weitgehend unbekannte Geschichten aus dem persönlichen Umfeld des herausragenden Komponisten. Als Schlusstitel des ersten Konzertteils erklang die Komposition „Elton John in Concert“, arrangiert von Steve Daniels. 1998 wurde der erfolgreiche Sänger, Komponist und Pianist in den britischen Adelsstand erhoben und führt seither das Prädikat „Sir“, wie David Hugi in seiner Moderation bekannt gab. In einer längeren Pause wurden fleissig Tombolalose angeboten, für deren Treffer ein reichhaltiger Gabentempel im Eingangsbereich präsentiert wurde.

Euphonium, Posaunen und Bass im ersten Konzertteil. Bild: Ernst Inauen

Corona und die Musik

Für die Regie des Überraschungsprogramms war erneut Sereina Meienhofer zuständig. Mit witzigen Dialogen führten die beiden alten Putzfrauen Grit und Anita zu den musikalischen Darbietungen. Bei ihren Plaudereien war natürlich auch Corona ein Thema. Zum Auftakt sangen die Musikantinnen und Musikanten nach einer Wellermann-Melodie den Song „Hey, Hey, Corona“, in Anspielung auf die Pandemie. Bei einem Abstecher nach Amerika mit der „San Diego Fantasy“ von Klaus Butterstein konnte Pascal Hug auf seiner Posaune mit dem Titel „Proclamation“ seine musikalischen Qualitäten aufzeigen. Der Kuckuck präsentierte sich bei der Komposition „Cuckoo for ever“ von Patrick Fischer. Charmant flirtete anschliessend die Musig Lenggenwil mit den Damen beim  Arrangement von Mike Sutherland „Bei mir bist du schön“,  mit tollen Soloeinsätzen von Fabian Hug und Guido Klaus.

Die alten Putzfrauen Grit und Anita führten mit humorvollen Plaudereien durch das Programm. Bild: Ernst Inauen
Die Musig Lenggenwil überzeugt auch immer gesanglich. Bild: Ernst Inauen
Posaunist Pascal Hug brillierte bei seinem perfekten Soloeinsatz. Bild: Ernst Inauen
Im Überraschungsprogramm "Emotionen" trat das Korps in lockerem Tenü auf. Bild: Ernst Inauen

Keine Nachwuchsprobleme

Im dritten Teil kamen die dreizehn Jungbläser im Alter von elf bis fünfzehn Jahren zu ihrem grossen Auftritt vor Publikum. Ihre Darbietungen zeigten, dass ihr Ausbildner und Dirigent Sepp Meienhofer sie mit Erfolg für die Blasmusik zu begeistern weiss. Aufgrund ihres fortgeschrittenen Könnens wurden fünf von ihnen bereits in das Korps integriert. Bekannte Melodien erklangen beim Stück „Polo Hofer’s Best“. Ein weiterer Höhepunkt war die Ehrung langjähriger Musikanten. Die Jubilare des Vereins mit 25 Jahren als aktive Musikanten und dem Prädikat Kantonalveteran sind Präsident Christian Senn, Mirko Meienhofer und  Raphael Mader. Roland Hälg ist seit 35 Jahren aktiver Musikant und daher Eidgenössischer Veteran. Ein besonderes und aussergewöhnliches Jubiläum feiert als Kantonaler Ehrenjubilar der Dirigent Josef Meienhofer. Er ist seit 60 Jahren aktiver Musikant und wurde als Dirigent Nachfolger seines gleichnamigen Vaters. Seine Vereinskameraden schenkten dem Liebhaber von Hühnern auf der Bühne zwei Hühner. Nach den Ehrungen brillierten die Musikantinnen und Musikanten mit traditionellen Melodien beim Titel „Mexicana“. Ein fulminanter Abschluss gelang mit der Komposition „Arc-en-ciel“, bevor Präsident Christian Senn zum Schlusswort kam. Die geforderte Zugabe erfüllten die  auch gesanglich überzeugenden Lenggenwiler Musikanten mit dem Mundartlied „Dini Seel ä chli bambälä lo“.

Die Jungbläser mit Ausbildner und Dirigent Sepp Meienhofer spielten drei Stücke. Bild: Ernst Inauen
Fünf Jungbläser wurden bei den Aktiven integriert (v. l.): Fabian Hug, Leandra Wick, Mia Hälg, Sereina Hug und Giulia Meienhofer. Bild: Ernst Inauen
Die Ehrung der Jubilare (v. l.): Moderatorin Sereina Meienhofer, Roland Hug, Christian Senn, Raphael Mader und Mirko Meienhofer. Bild: Ernst Inauen
Bild: Ernst Inauen
Ernst Inauen