CLASSIC OPENAIR WIL – VORVERKAUF STARTET AM 1. JUNI


Pfingsten: Einstimmung mit einer Puccini-Messe

(FK) In zweieinhalb Monaten geht auf dem Wiler Hofplatz die Premiere des 7. Classic Openair Wil (vormals Verdi Openair Classic) über die Bühne. Vom 16. bis 24. August werden an sechs Abenden Werke von Giacomo Puccini (1858 bis 1924) aufgeführt. Am 1. Juni startet der Vorverkauf.

Am Pfingstsonntag, 9. Juni, können sich die Klassik-Freunde in der Stadtkirche St. Nikolaus auf dieses musikalische Highlight einstimmen.


Online-Vorverkauf über die Tonhalle Wil

Karten für die fünf öffentlichen Aufführungen auf dem Hofplatz können ab dem 1. Juni über die Website www.classicopenairwil.ch erstmals online bestellt werden. Der Ticketverkauf läuft aber auch über den Schalter oder telefonisch über die Tonhalle Wil (071 913 89 29, von Mittwoch bis Freitag jeweils von 10 bis 12 und von 15 bis 17 Uhr). Die Preise für die beiden Kategorien belaufen sich auf 50 bzw. 65 Franken, wobei Schüler, Lernende und Studenten in beiden Kategorien von einem Jugendrabatt von 20 Franken profitieren. Bei schlechter Witterung werden die Aufführungen in den Stadtsaal verlegt.

„Messa con quattro voci e orchestra“ in der Stadtkirche

Giacomo Puccini stammte aus einer angesehenen Musikerfamilie, die seit mehreren Generationen die Organisten und Maestri am Dom der Stadt Lucca stellte. Seine Laufbahn als Kirchenmusiker schien so vorbestimmt zu sein. Mit gerade einmal 21 Jahren legte Puccini die „Messa con quattro voci e orchestra“ als Abschlussarbeit am Instituto Musicale Pacini seiner Heimatstadt Lucca vor. Dieses einzige geistliche Puccini-Chorwerk von Bedeutung wird am Pfingstsonntag, 9. Juni, in der 11 Uhr-Messe in der Stadtkirche St. Nikolaus den eigentlichen Auftakt zum Classic Openair Wil bilden. Unter der Leitung von Kurt Pius Koller werden das Sinfonische Orchester Wil und der Chor zu St. Nikolaus an die begeistert aufgenommene Uraufführung dieses fünfteiligen Puccini-Werkes vom 12. Juli 1880 in Lucca erinnern. Beide Formationen, die neben dem Männerchor Concordia und verschiedenen Solisten Bestandteil des Classic Openair sind, treten in Vollbesetzung an.

„Messa“ mit opernhaften Elementen

Schon das Orchestervorspiel „Kyrie“ lässt im späteren Opern-Komponisten den zukünftigen Melodiker erkennen. Dieses liess Puccini denn auch in seine zweite Oper „Edgar“ (1889) einfliessen. Im „Gloria“, dem mit Abstand längsten Satz der Messe, werden die opernhaften Elemente offenkundig. Das bereits 1878 komponierte „Credo“, die Keimzelle des Werkes, stellt machtvolle Chor-Unisoni und homophone Chorsätze lyrischen Partien gegenüber. Nach dem kurzen „Sanctus“ klingt die Messe mit dem „Agnus Dei“ mit Orchester und zwei Männer-Stimmen aus. Das letzte Stück fand Eingang in Puccinis Oper Manon Lescaut (1893).

Das vollständige Manuskript der „Messa“ wurde von Puccini nie veröffentlicht. Sein Werk wurde zu Lebzeiten des Komponisten trotz erfolgreicher Premiere nie mehr aufgeführt. Die Arbeit im Stil der „Missa Solemnis“, wie sie damals zu feierlichen Gelegenheiten üblich waren, wurde später durch Papst Pius X. (1835 bis 1914) als unkirchlich verboten. Erst 72 Jahre nach der Uraufführung kam es 1952 in Chicago zur ersten Wiederaufführung.

Die Besucherinnen und Besucher der Pfingstmesse in der Stadtkirche dürfen sich mit der „Messa di Gloria“ auf ein Werk freuen, mit dem der spätere Opernkomponist Puccini bereits 1880 seine grosse Begabung unter Beweis stellte.

Für weitere Informationen: www.classicopenairwil.ch und www.kathwil.ch/aktuell