DAS ZIEL: AUSGEWOGENE POLITISCHE VORLAGEN FÜR DIE KULTUR IN WIL


Im vergangenen Sommer wurde in Wil die Arbeitsgruppe Kulturpolitik ins Leben gerufen. Wie sieht die Bilanz nach einem Jahr aus?


(pd) Die Motion zur Umnutzung der Liegenschaft «zum Turm» an der Tonhallestrasse war der Anlass, in Wil eine parlamentarische Arbeitsgruppe Kulturpolitik ins Leben zu rufen. Der politische Vorstoss von Erstunterzeichner Sebastian Koller beauftragt den Stadtrat, ein Konzept zur Umnutzung des Gebäudekomplexes in eine Begegnungs-, Kultur- und Musikschulzentrum zu erarbeiten.

Laut Erwin Böhi, Leiter der Arbeitsgruppe, war es eine grosse Herausforderung, die Motion so anzupassen, dass sie bei einer Mehrheit der Fraktionen Zustimmung findet: «Es war politische Knochenarbeit, auch innerhalb einzelner Fraktionen.»

Erwin Böhi.

Das Engagement hat sich bezahlt gemacht: Mit 25 Ja zu 9 Nein wurde die Motion an der Parlamentssitzung vom 12.März diesen Jahres an den Stadtrat überwiesen.

Ergebnis wirkte motivierend

Die Abstimmung im Parlament habe ein überraschend gutes Resultat ergeben, bilanziert Erwin Böhi. Es habe sich gezeigt, dass sich mit dem Instrument der parlamentarischen Arbeitsgruppe Kulturpolitik tragfähige Lösungen zwischen den einzelnen Fraktionen erreichen lassen, trotz unterschiedlicher politischer Ausrichtung und Gewichtung.

Wenn kulturpolitische Themen bereits im Vorfeld möglichst mehrheitsfähig bearbeitet werden, steigen die Chancen für eine Zustimmung im Stadtparlament erheblich. Lange Debatten werden auf diese Weise abgekürzt. Die positive Erfahrung mit der Motion «zum Turm» motivierte weitere Anliegen im kulturellen Bereich, etwa im Bereich Infrastruktur, in der Arbeitsgruppe anzugehen, so Erwin Böhi.

Gemäss Angaben ihres Leiters trifft sich das Gremium zwei bis drei Mal pro Jahr, um verschiedene Anträge in praktikable Anträge vorzubereiten: «Es herrscht an den Sitzungen jeweils eine konstruktive und entspannte Stimmung, die zu Diskussionen mit guten Ergebnissen für das Wiler Kulturleben führt.»

Breites Meinungsspektrum

Der Arbeitsgruppe Kulturpolitik gehören folgende Parlamentsmitglieder an: Erwin Böhi (SVP; Leitung), Brigitte Gübeli (CVP), Ursula Egli (SVP), Marcel Malgaroli (FDP), Christof Kälin (SP), Mike Sarbach (Grüne prowil), Sebastian Koller (Grüne prowil, Präsident IG Kultur Wil) sowie Adrian Zeller (beratende Funktion).