DORFKORPORATION BRONSCHHOFEN VERGRÖSSERT VERSORGUNGSGEBIET


Stimmvolk sagt Ja zur Strom-Netzübernahme von Elektra Trungen. In den letzten Monaten setzten sich die Mitglieder der Elektra Trungen und die Dorfkorporation Bronschhofen (DKB) mit der Neuausrichtung der bisherigen Strom-Netze auseinander. Beide Stromlieferanten fanden die Zustimmung, dass das Strom-Netz der Elektra Trungen von der DKB für 180‘000 Franken netto übernommen wird. Jetzt wird das Einverständnis für die Strom-Netzgebiet-Zuteilung seitens Stadtrat Wil und Kanton St. Gallen erwartet.

Im Titelbild (v.l.): Richard Scheerer (Präsident Dorfkorporation Bronschhofen) und Martin Flammer (Präsident Elektra Trungen) besiegeln die Netzübernahme mit «Ellenbogen-Schlag».


(Text: pd / Foto: Roland P. Boschung) Bis Mitte Mai 2020 kann zwar ein fakultatives Referendum und eine Beschwerde gegen diesen Entscheid bezüglich Abstimmung der DKB aus rechtlichen Gründen eingereicht werden, doch es zeigten sich bisher keine solchen Bestrebungen.

Zu grosser administrativer Aufwand

«Die Stimmberechtigten von Elektra Trungen wollten nicht länger einen wie bisher beachtlichen administrativen Aufwand betreiben. Nach Offerten von den Technischen Betrieben Wil und der Dorfkorporation Bronschhofen, fiel der Zuschlag mit rund 2/3 Mehrheit an die DKB. Damit endet für Trungen nach rund 115 Jahren die eigenständige Stromversorgung», sagte Martin Flammer, Präsident von Elektra Trungen, zufrieden.

Die Übernahme des Netzbetriebes wurde auf den 1. Januar 2021 vereinbart.

 Zufriedene Gesichter in beiden Parteien

Der gemeindenahe Strombetrieb bringt eine zweckmässige Konzentration der Leistungen. In der Gemeinde-Volksabstimmung vom 26. April 2020 fiel das Resultat für die Dorfkorporation Bronschhofen positiv aus: 427 Ja- standen 56 Nein-Stimmen gegenüber.

Richard Scheerer, Präsident DKB, und sein Team freuen sich über die Zunahme der 55 neuen Abonnenten aus Trungen: «Es freut uns sehr, dass wir mit insgesamt 1700 Abonnenten nun ein weiterhin professionelles und neuwertiges Stromnetzwerk betreiben können. Die finanziellen Auslagen sind ab 2021 in der rollenden Budget-Planung als Kredit vorgesehen. Eine Zunahme der Nutzungsgebühren ist aktuell kein Thema, hingegen wird der Sicherheitsstandard weiterhin hoch bleiben.»

Verein Elektra Trungen wird vorerst weitergeführt

Der Verein Elektra Trungen wird vorerst weiter bestehen bleiben. Nach dem Verkauf des Netzes ist dieses Geschäft noch zu versteuern. Auch die Abgaben (Swissgrid, Pronovo etc.) des laufenden Jahres müssen definitiv abgerechnet werden. Erst danach kann der Verein aufgelöst werden. Ein Teil des Verkaufserlöses wird allen Abonnenten als Rabatt auf den Strompreis zugutekommen.

«Die Strombezüger von Trungen bekommen das gleiche Mitspracherecht und können sich jedes Jahr an der Bürgerversammlung der DKB einbringen, zudem dürfen sich interessierte Bürger als Verwaltungsratsmitglied wählen lassen», ergänzte Richard Scheerer.