ERSTER RANG FÜR VALERIA FITZI AUS ZÜBERWANGEN BEI DEN ABSCHLUSSARBEITEN


Am 5. August begann für die sechzehnjährige Valeria Fitzi ein neuer Lebensabschnitt. Im Spital Wil trat sie eine Berufslehre als Fachangestellte Gesundheit (FaGe) an. In ihrer Freizeit beschäftigt sich die junge Züberwangerin ebenfalls intensiv mit dem Thema Gesundheit, vorzugsweise mit dem Wohl von Tieren.


(Ernst Inauen)

Valeria Fitzi schloss vor einigen Wochen ihre Schulzeit an der Oberstufenschule Sproochbrugg ab. Seit mehreren Jahren werden dort die Drittklässler mit besonderen Projekten auf ihre zweite Lebensphase vorbereitet. Die auf die persönliche Berufswahl bezogenen Abschlussarbeiten 2019 wurden durch eine unabhängige Jury bewertet und in der Mehrzweckhalle öffentlich ausgestellt. Bei der Prämierung der besten Arbeiten konnte sich Valeria Fitzi, Züberwangen über den ersten Rang aller 80 Teilnehmenden freuen. Mit ihrer Projektarbeit „Langohrenglück“ wählte sie ein Thema aus, mit dem sie die Wirkung natürlicher Heilmittel auf das Tierwohl aufzeigen konnte. Schon in der Kindergartenzeit weckten zwei eigene Zwergkaninchen ihr Interesse und ihre Liebe für Tiere. Sie erwarb sich in ihrer Freizeit ein breites Wissen durch Fachliteratur und eigene Erfahrungen. Heute betreut sie neun Kaninchen verschiedener Widder-Rassen und fünf Hühner, die in den Stallungen und Gehegen bei ihrem Elternhaus optimale Lebensbedingungen geniessen.

Valeria züchtet Löwenkopf-Widder-Kaninchen.
Ihre Lieblinge leben in grosszügigen Gehegen.

Naturheilmittel nützen

Im Zusammenhang mit ihrer Abschlussarbeit entschloss sich Valeria Fitzi, eine Auswahl von Wild- und Heilkräuter zu kultivieren, zu verarbeiten und eine eigene Website aufzubauen, über die sie ihre Produkte auf den Markt bringen kann. Sie ist überzeugt, dass mit ihren Kräutermischungen das Wohlbefinden der Tiere gesteigert werden kann. „Der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung muss reduziert und auf Altbewährtes zurückgegriffen werden. Mit meinen Naturprodukten steht eine sehr gute Alternative und Ergänzung zur Verfügung“, glaubt die junge Tierliebhaberin. Die ausgewählten Kräuter konnte sie zum Teil selber ansäen oder direkt in der Natur sammeln, wobei ihr Familienmitglieder und Freunde halfen. Andere Jungpflanzen bezog sie über ihre Tante bei der Rutishauser AG. Dort wurde ihr ein grosser Pflanztisch im Gewächshaus zur Verfügung gestellt. Das ermöglichte ihr eine wetterunabhängige, optimale Kultivierung.

Im Gewächshaus ihres Göttis bewässert Valeria regelmässig ihre Pflanzen.
Auch bei ihren Elternhaus werden Heilpflanzen kultiviert.

Verkauf über Internet

Nach der Ernte der frischen Kräuter legte sie das Gut auf die engmaschigen Siebe des selbstgefertigten Trocknungskastens. Die getrockneten Kräuter lagert Valeria in selber gefertigten Papiersäcken unterschiedlicher Grössen. Zusätzlich zu den Trockenkräutern kreierte sie nach eigener Rezeptur eine Ringelblumensalbe, die bei Hautverletzungen eine heilende Wirkung hat. Um lästigen Fliegen in den Tierställen entgegen zu treten, produziert sie auch einen natürlichen Insektenspray. Ihre Produkte vertreibt sie über ihre eigene Website. In www.langohrenglueck.ch vermittelt sie wertvolle Informationen über Heilkräuter und Tierpflege. Mit dem Verkauf ihrer Produkte verdient sie ihr eigenes Taschengeld. Über alle wichtigen Informationen, die sie aus Fachbüchern und im Internet bezog, führte sie Buch und liess sie auch in ihre schriftliche Abschlussarbeit einfliessen. „Meine Abschlussarbeit war sehr spannend, lehrreich und arbeitsintensiv. Doch dieses nachhaltige Projekt hat sich gelohnt. Nun bin ich fast ein wandelndes Heilkräuter-Lexikon“, blickt Valeria auf ihren grossen Einsatz zurück.

Valeria präsentiert ihre Produkte abgepackt.
Auch eine persönlich hergestellte Heilsalbe ist im Angebot.

Neuer Lebensabschnitt

Am 5. August begann für Valeria Fitzi ein neuer Lebensabschnitt. Im Spital Wil steigt sie in die dreijährige Berufslehre als Fachangestellte Gesundheit ein. „Eigentlich war in meiner Kindheit Tierärztin mein Traumberuf. Das hätte aber eine lange Studienzeit und damit eine lange Abhängigkeit von den Eltern bedeutet“, erzählt sie. Der Wunsch nach Selbständigkeit führte zu einer anderen Berufswahl. Da sie gerne Kontakt mit Menschen hat, entschied sie sich für den Pflegeberuf. Nach einer Schnupperwoche bewarb sie sich im Spital Wil und bekam die Zusage. Somit ist für sie auch der kurze Weg zur Arbeit ein Vorteil. An zwei Tagen pro Woche besucht sie die Berufsfachschule in Lichtensteig. An ihrem zukünftigen Beruf schätzt sie die Vielseitigkeit, die sozialen Kontakte und die Pflege und Betreuung kranker Menschen.

Die ersten Wochen ihrer Ausbildung am Spital Wil sind vorbei.