FAUSTBALL IST DIE GROSSE LEIDENSCHAFT DER FAMILIE JUNG

Im Titelbild die Familie Jung: v. l. die Eltern Bruno und Zita mit Philipp, Jeannine, Silvan und Patrick.


Die ganze Familie Jung, welche den Bauernhof Tüfi in Niederhelfenschwil bewirtschaftet, ist dem Faustballsport verfallen. Die beiden Söhne Philipp und Silvan spielen seit Jahren auf höchster nationaler Stufe in der ersten Mannschaft von RiWi (Rickenbach-Wilen), welche kürzlich die Schweizermeisterschaft 2019 der Nationalliga A auf dem 4. Rang abschloss.


(Ernst Inauen)

Schon in der Kindheit kamen die Kinder von Zita und Bruno Jung mit der Randsportart Faustball in Kontakt. Vater Bruno spielt seit anfangs der Neunzigerjahre und bis heute im TV Niederhelfenschwil. Offensichtlich färbte seine Leidenschaft für den Ballsport auch auf seine drei Söhne Philipp, Silvan und Patrick und Tochter Jeannine ab. Schon in der Primarschulzeit lernten sie im Turnverein Sitterdorf das Faustballspielen kennen. Ihr Talent führte dazu, dass Philipp und Silvan bereits 2002 Aufnahme in den Nachwuchsabteilungen der Faustball-Gemeinschaft RiWi fanden. Philipp (Jahrgang 1986) wurde schon mit 19 Jahren als Junior in die 1. Mannschaft integriert. Sein fünf Jahre jüngerer Bruder Silvan schaffte diesen Aufstieg einige Zeit später ebenfalls. Schwester Jeannine (Jg. 1984) erwies sich ebenfalls als sehr talentierte Spielerin, die mit der mehrmaligen Einberufung in die Frauen-Nationalmannschaft einen verdienten Höhepunkt erlebte. Sie spielt heute nicht mehr aktiv. Die gelernte Kauffrau arbeitet als Teilzeitangestellte bei der SVA (Sozial-Versicherungs-Amt) St.Gallen und ist seit kurzem auch noch als Fitnesstrainerin in der Firma „FunTone“ tätig.

Unterstützung durch die Eltern

Alle vier Kinder der Familie Jung besuchten die Schulen in Niederhelfenschwil und im OZ Sproochbrugg. Philipp absolvierte bei Larag Wil eine Lehre als LKW-Mechaniker. Er trägt heute als Werkstattleiter die Verantwortung für den Lastwagenpark der Migros Ostschweiz mit Sitz in Gossau. Er wohnt mit seiner Freundin in Rossrüti. Silvan Jung wählte nach einer Berufslehre als Elektroinstallateur die Ausbildung bei der Polizei und war im Kanton Thurgau tätig, wo er auch wohnt. Am 1. November 19 wechselte er als Privat- und Kundenberater zur Allianz-Versicherung in Frauenfeld. Der zweitjüngste der Familie Jung, Patrick übernimmt als gelernter Zimmermann mit einer Zusatzausbildung zum Landwirt den elterlichen Hof. Während all den Jahren wurden die Jugendlichen von ihren Eltern auch sportlich unterstützt und gefördert. Weil in der eigenen Gemeinde während 30 Jahren das Faustballturnier des Turnvereins Niederhelfenschwil durchgeführt wurde, spielte zweimal auch eine gemischte Familienmannschaft Jung (inkl. Mutter Zita) in der Plauschkategorie Sie + Er. Diese Begeisterung und das Interesse der ganzen Familie für den Faustballsport hält auch noch heute an. „Auch in unserem Verein RiWi haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Eltern-Kind- Beziehung eine wichtige Rolle spielt. Wenn die Eltern ihr Interesse für den Sport ihrer Kinder zeigen und sie unterstützen, bleiben sie dem Verein eher treu. Wir haben bei RiWi eine starke Nachwuchsabteilung mit guten Trainern und können daher immer wieder eigeneTalente in die Mannschaften einbauen“, stellt Philipp Jung fest.

Seit vielen Jahren Stammspieler

RiWi gilt in der Regel als „Liftmannschaft“, die in der Nationalliga A regelmässig absteigt und sich umgehend wieder zurückkämpft. 2019 setzte sich die Mannschaft zum Ziel, die Endrunde der ersten vier zu erreichen. Nach über 12 Jahren qualifizierte sich RiWi tatsächlich wieder einmal für einen NLA-Finalevent. In Jona bestritt das RiWi- Team anfangs September die Meisterrunde. Im letzten Spiel um die Bronzemedaillen war Neuendorf aber stärker und verwies die Thurgauer auf den undankbaren vierten Schlussrang. Im Team spielten neben Simon Stäbler, Kevin Müller, Pascal Holenstein, Christian Stäbler und Walter Gantenbein auch Philipp und Silvan Jung. Die beiden Brüder gehören seit vielen Jahren zu den Stützen der ersten Mannschaft, Philipp als schlagkräftiger Angreifer und sein jüngerer Bruder Silvan als sicherer Aufbauer.

Erfolge auf nationaler und internationaler Ebene

Schon im Juniorenalter spielten die beiden Brüder auf höchstem Niveau. Philipp wurde 2004 U18-Europameister, was drei Jahre später auch seinem jüngeren Bruder Silvan gelang. 2007 kam Philipp mit dem U21-Team bei der EM auf den 2. Platz. In der gleichen Kategorie stand auch Silvan von 2010 bis 2012 auf dem EM-Podest. Ebenfalls wurde er an der EM 2012 mit der Schweizer A-Nationalmannschaft Europameister. Daneben waren die beiden Brüder mit ihrem Stammverein RiWi mehrmals an den Schweizermeisterschaften sowohl in der Halle wie auch auf dem Feld massgeblich an Spitzenrängen beteiligt. Die Hallensaison 2019/20 der Nationalliga A beginnt für die erste Mannschaft von RiWi am 23. November 2019. Nach dem Meistertitel 2018/19 in der Liga B strebt nun das Team das Erreichen der Finalrunde in der höchsten Liga an. Leider hat sich Philipp kürzlich im Training eine Bänderverletzung zugezogen. Das bedingt eine längere Pause, sodass er die ersten Runden der Hallenmeisterschaft nicht bestreiten kann.

Die 1. Mannschaft von RiWi; (h.v.l.) Jürg Sprenger (Co-Trainer); Yannick Wild; Simon Stäbler; Simon Forrer (Trainer); (v.v.r.) Walter Gantenbein; Pascal Holenstein; Silvan Jung, Philipp Jung.
Silvan Jung spielt auch in der Abwehr stark.
Der schlagkräftige Angreifer erzielt die wichtigen Punkte.
Silvan stellt für seinen Bruder Philipp den Ball punktgenau über das Band.
Silvan und Philipp Jung sind bei RiWi wichtige Stammspieler.