FILMFORUM WIL: AB 28. OKTOBER MIT MATINÉE ZUM 20-JAHR-JUBILÄUM


Ungewohnte Blicke auf die Welt

Am Sonntag, 28. Oktober 2018, startet das Filmforum Wil mit einer Matinée in sein 20-Jahr-Jubiläum. Vieles habe sich in dieser Zeit verändert, sagt sein Gründer Roman Appius. Geblieben sei die Wichtigkeit der Präsentation von Bilderwelten jenseits der alltäglichen TV-Nachrichtenflut.


(Adrian Zeller)
Während Jahrzenten bedeutete Filmvorführen das Herumschleppen von schweren Filmrollen. Ganz anders die Situation mit digitalen Zeitalter: Die Dramen, Komödien und Dokumentarfilme werden ab handlichen Datenträgern projiziert, zum Teil sogar via Satellit übertragen, berichtet Roman Appius. Er rief vor zwei Jahrzenten das Filmforum Wil ins Leben. „Früher wurden in den ehemaligen Kinos Apollo und Scala am späten Samstagnachmittag Studiofilme gezeigt. Als diese beiden Kinos verschwanden und an ihrer Stelle das Cinewil eröffnet wurde, fehlten in Wil Filme ausserhalb des Massengeschmacks.“ Auch wenn sich im kinotechnischen Bereich in den letzten zwei Jahrzenten vieles verändert hat, sei das Bedürfnis nach Nischenfilmen geblieben, betont er, der im Studiokino auch einen pädagogischen Auftrag erkannte.

Ausdauernde Leitungsperson

Der ausgebildete Lehrer und ehemalige Leiter einer Grossfamilie erzählt: „Wir hatten kein Fernsehgerät im Haus. Kinofilme boten sich als echte Alternative an. Eine fast logische Konsequenz war daher nebst dem Angebot für Erwachsene die Eröffnung der Wiler Zauberlaterne für Kinder (heute Mollys Filmpalast).“
Roman Appius startete vor zwanzig Jahren in Wil einen öffentlichen Aufruf nach weiteren Interessierten für Studiofilme, von dem sich einige Personen angesprochen fühlten. Es bildet sich eine lose Gruppe, die sich um die organisatorischen Belange kümmerte. Bis heute besteht diese Kerngruppe aus rund sechs Personen. Im Laufe der Jahre gab es Neuzugänge sowie Rücktritte; einzig Roman Appius ist seit Beginn bis heute dabei geblieben.

Nachfolge gesucht

Vielleicht gäbe es das Filmforum heute nicht mehr, wenn er nicht die Lokomotive gewesen wäre, spekuliert der kürzlich pensionierte Lateinlehrer. Nach zwanzig Jahre Wirkens möchte er jedoch die Leitung des Filmforums in jüngere Hände übergeben. Die bisherigen Aufrufe nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger waren noch nicht zielführend.

Organisatorische Kerngruppe

Die Kerngruppe legt regelmässig ein Motto für das kommende Saisonprogramm fest, unter dem entsprechende Filme gespielt werden. Die thematische Palette ist sehr breit wie einige Beispiele zeigen: Humor, Vive la France, Stadt-Leben, Schräge Filme.
Streifen abseits des Massengeschmacks haben es an sich, dass sie bei machen Personen auf grosses Interesse und grosse Sympathie stossen, während sich andere mit dem Zugang schwerer tun. Roman Appius nennt ein Beispiel:„ Filme aus Afrika sind naturgemäss mit viel Leid und Armut verbunden.“ Gemäss seinen Angaben schwanken die Besucherzahlen je nach Thema. Gleichwohl ist es ihm wichtig, Bilderwelten auf die Leinwand zu bringen, die Themen aufgreifen, die aufwühlen, nachdenklich stimmen oder auch mal die gewohnten Perspektiven erweitern und in Frage stellen. Das Bemühen um die cineastische Vielfalt wurde 2009 von der Stadt Wil mit dem Anerkennungspreis gewürdigt.

Frauen vor der Kameralinse

Am Sonntag, dem 28. Oktober wird im Cinewil in die Jubiläums-Saison des Filmforums mit dem Titel „Starke Frauen“ gestartet. Die Matinée ab 10.30 Uhr untermalt das Musikerinnenduo „Eibish“ (Brigitte Knöpfel und Lorena Dorizzi). Ab 11 Uhr läuft der Streifen „Paula“, der das Leben der bildenden Künstlerin Paula Modersohn-Becker thematisiert.

www.filmforumwil.ch


Filmtrailer Paula