FORUM CVP60PLUS BILDUNGSANLASS: SICHERHEIT STEIGERT DIE LEBENSQUALITÄT


Beim Bildungsanlass des Forums CVP60plus im Hof zu Wil befasste sich der Referent Felix Bohn, Fachberater für altersgerechtes Bauen mit dem Thema „Sicherheit im und ums Haus“.

Im Titelbild: Hans Peter Tobler dankt Felix Bohn (links) für das aufschlussreiche Referat.


(Ernst Inauen)

Das Forum CVP60plus organisiert regelmässig spannende Vorträge und spezielle Anlässe, die vor allem auf die Interessen und Fähigkeiten der Altersgruppe im Pensionsalter abgestimmt sind. Sie sind jedoch für alle offen, ungeachtet der Parteizugehörigkeit. Im Namen des Forums begrüsste Hans Peter Tobler den Referenten Felix Bohn und stellte ihn kurz vor. Aufgrund seiner vielseitigen Ausbildung als dipl. Architekt, dipl. Ergotherapeut, Gerentologe und mit langjähriger Erfahrung als Fachberater für altersgerechtes Bauen könne Felix Bohn dem interessierten Publikum umfassende Erkenntnisse und wertvolle Tipps vermitteln. Er stand auch nach dem Referat für Fragen zur Verfügung. Das Thema der Herbstveranstaltung fand leider eine wesentlich geringere Zuhörerschaft als gewöhnlich. Nur rund 40 interessierte Seniorinnen und Senioren nahmen im Gewölbekeller im Hof zu Wil am Bildungsanlass teiI.

Die beliebteste Wohnform

„Wohnen zu Hause ist die mit Abstand beliebteste und wahrscheinlichste Wohnform im Alter. Die meisten älteren Menschen wohnen da, wo sie schon seit Jahrzehnten zu Hause sind“. Mit dieser Feststellung stieg Felix Bohn in das Referat ein. So würden auch 60 % der Menschen mit Demenz zu Hause leben. In einer Umfrage über Schwierigkeiten im Wohnbereich bei einer allfälligen Behinderung seien vor allem ungeeignete Treppen, Bäder Türen oder Küchen angeführt worden. Deshalb seien Überlegungen über die Selbständigkeit und Sicherheit im Alter frühzeitig zu machen. Eine sichere und altersgerecht geplante oder angepasste bauliche Veränderung verringere die Unfallgefahr, optimiere die Autonomie und reduziere einen allfälligen Pflegeaufwand durch die Spitex. Altersgerechtes Bauen oder Umbauen könne als vierte Säule der Altersvorsorge bezeichnet werden. Ausserdem vergrössere man dadurch das Spektrum möglicher Kaufinteressenten. Grundsätzlich sei jedoch keine finanzielle Unterstützung zu erwarten.

 Massnahmen zur Verbesserung

Der Referent sprach eine ganze Reihe möglicher Unfallrisiken an. Sturz auf gleicher Ebene sei die häufigste Unfallursache und das Risiko einer Schenkelhalsfraktur bei älteren Menschen besonders hoch. Er empfahl deshalb das Entfernen von Gefahrenstellen und gab Tipps für entsprechende Massnahmen. Bei Treppen seien Handläufe und kontrastreiches Hervorheben der Treppenkanten nützlich. Bei Badewannen erleichtere ein Badebrett und Haltegriffe den Ein- und Ausstieg. Einfacher sei aber der Umbau mit einer Dusche, wo Antirutschstreifen die Rutschgefahr verringere. Im Küchenbereich seien eine ergonomisch sinnvolle Anordnung im Arbeitsbereich sowie eine blendfreie Beleuchtung Bedingungen. Anhand von Fallbeispielen zeigte Felix Bohn weitere Verbesserungen der Sicherheit, welche mit kleinem finanziellem Aufwand realisiert werden könnten. Zum Beispiel steige mit der Erhöhung von Sofas oder Betten der Komfort der Nutzer.

Vorausschauend investieren

Felix Bohn stellte fest, das gesunde ältere Menschen mehr Licht brauchen als jüngere. Sie sind auch blendempfindlicher. Deshalb brauche es für sie mehr und indirektes Licht. Für bettlägerige oder behinderte Menschen könne ein Doppelzylinder an der Haus- und Wohnungstür hilfreich sein. Er ermögliche Angehörigen oder dem Pflegepersonal den Zutritt, auch wenn ein Schlüssel im Innenraum stecken gelassen werde. Bei den Telefonen würden speziell auf alte Menschen zugeschnittene Apparate mit grösseren Tasten oder mit Direktwahltasten angeboten. Umbauten und sicherheitsrelevante Massnahmen müssten frühzeitig vorgenommen werden, nicht erst als Reaktion auf den ersten folgenschweren Sturz, fasste der Referent zusammen.  Er machte auf die Bestimmungen des Mietrechts aufmerksam, welche bei Mietwohnungen gelten: „Der Mieter kann Erneuerungen und Änderungen an der Sache nur vornehmen, wenn der Vermieter schriftlich zugestimmt hat“. Für Verbesserungen im öffentlichen Raum (Gehwege, öffentlicher Verkehr, Zugänglichkeit bei Post, Bank, Apotheke) sei die Politik gefordert.