SPANNENDE DISKUSSION ÜBER SPITALSTRATEGIE AN HV DER SVP STADT WIL


(JG) Am Freitagabend führte die SVP Stadt Wil ihre 8. Hauptversammlung in den Konferenzräumen des Spitals Wil durch. Im Rahmen der ordentlichen Traktanden wurde Präsidentin Ursula Egli und der gesamte Vorstand für vier weitere Jahre bestätigt. Regierungsratskandidat Michael Götte stellte sich vor und bekräftigte den Anspruch der SVP auf einen zweiten Sitz in der St.Galler Regierung. Im zweiten Teil des öffentlichen Anlasses gab René Fiechter,  CEO der Spitalregion Fürstenland Toggenburg, vor dem Start einer rege benutzten Diskussion einen umfassenden Einblick in die Spitalentwicklung und -strategie.


Usula Egli führte durch die Versammlung und gab in ihrem Jahresbericht einen Abriss der Aktivitäten, verbunden mit einem Ausblick auf das begonnene Jahr 2020. Sie erwähnte unter anderem die Mitwirkung der SVP an der Steuerfusssenkung in der Stadt Wil, die zahlreichen erfolgreichen Abstimmungen auf kantonaler Ebene im Bildungsbereich und den Erfolg mit der Initiative für 30 Minuten gratis Parkieren.
Ihre Ausführungen ergänzte Beni Büsser als Fraktionspräsident der SVP im Wiler Stadtparlament. Er verband dies mit dem Aufruf an weitere SVP-Mitglieder, sich für eine Wahl im Herbst 2020 zur Verfügung zu stellen. Auch betreffend Stadtrat und Stadtpräsidium seien Gespräche mit potentiellen Kandidaten am Laufen. Mehr lasse sich darüber nach den Regierungsratswahlen sagen.

Ursula Egli wurde von den stimmberechtigten Teilnehmerinnen und Teilnehmer einstimmig für eine neue Amtsdauer als Präsidentin der SVP Stadt Wil wiedergewählt.
Regierungsratskandidat Michael Götte erläuterte die dringende Notwendigkeit eines zweiten Sitzes für die SVP im Regierungsrat des Kantons St.Gallen.

Spitalentwicklung – eine echte Herausforderung

In seinem umfassenden Referat über die Entwicklung der Spitäler in unserer Region und den Plänen im Rahmen der aktuellen Spitalstrategie 4/5 gab René Fiechter, der CEO der Spitalregion Fürstenland Toggenburg, eine kompetente Darstellung der aktuellen Situation. Die Entwicklung ist geprägt durch mehrere Trends, die sich teilweise durch die Technologie in den letzten Jahren noch beschleunigt haben:

  • mehr ambulante, weniger stationäre Behandlungen
  • kürzere Verweilzeiten im Spital (durchschnittlich von 8,9 auf 4,4 Tage gesunken)
  • höhere Komplexität bei den Methoden (Konzentration der Kräfte)
  • Kostensteigerungen betreffend Ausstattung und Medikamenten
  • Einführung neuer Entschädigungsformen (Fallpauschalen, Taxpunkte)

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht können die Ziele Qualität und Kostensenkung nur mit der Reduktion der Anzahl Spitäler erreicht werden, weil nebst der Bündelung von Kompetenzen auch eine genügend grosse Anzahl von Patienten an einem Standort benötigt werden, Es ist nun eine Frage der Politik (Kantonsrat/Stimmvolk), ob ein weitergehendes Angebot (mehr als 4 Spitäler) durch entsprechende finanzielle Mittel erhalten bleiben sollen oder eine wirtschaftlich tragbare Lösung angestrebt werden soll. René Fiechter stellte auch den auf dem Tisch liegenden Lösungsvorschlag der Firma Solviva für Wattwil vor.

In der nachfolgenden Diskussion wurden die Zusammenarbeit mit Spitälern im Kanton Thurgau und Appenzell angesprochen, aber auch der im Rückblick so unglaubliche Entscheid im 2014, 85 Millionen Franken in Wattwil zu investieren, was eigentlich schon damals von einigen kritisch beurteilt wurde, aber von Regierung, Parlament und Stimmvolk aus regionalpolitischen Gründen mit breiter Zustimmung entschieden wurde. Damals waren die Spitäler allerdings noch nicht defizitär, was sich in der Zwischenzeit drastisch verändert hat.

Zu den Investitionen ins Spital Wil: