KESB LINTH – WECHSEL IN DER LEITUNG PER SOFORT


Am Dienstag, 23. Oktober 2018, gab der Stadtrat von Rapperswil-Jona bekannt, dass es per sofort zu einem Leitungswechsel beim Kesb Linth kommt. Das Arbeitsverhältinis mit dem bisherigen Leiter Dr. Walter Grob wurde bei sofortiger Freistellung per 28. Februar 2019 aufgelöst. Für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses wird der Umstand genannt, dass das notwendige Vertrauensverhältnis zwischen Stadtrat und Walter Grob verloren gegangen sei und sich nach Einschätzung des Stadtrates nicht wiederherstellen lasse. – Dies wirft ein neues Licht auf die laufenden Gerichtsfälle gegen Verleger und Journalisten, die wegen kritischer Berichterstattung über Kesb Linth angeklagt wurden.


Aus der offiziellen Verlautbarung der Stadt Rapperswil-Jona:

«Der Stadtrat stellt sicher, dass die Kesb Linth ihre Behördentätigkeit ohne Unterbruch wahrnehmen kann. Die interimistische Leitung der Kesb Linth übernimmt per sofort Barbara Friberg. Sie arbeitet seit 1. Januar 2013 bei der Kesb Linth, ist ausgebildete Sozialpädagogin und kennt das Team. Sie verfügt über Führungserfahrung sowie langjährige Erfahrung als Sozialarbeiterin und Mandatsträgerin für zivilrechtliche Kindesschutzmassnahmen.»


Hintergrund

(MAL/JG) Dr. Walter Grob war im Frühling 2014 vom damaligen Stadtrat von Rapperswil-Jona zum Leiter der KESB Linth gewählt worden. Nun hat der vor zwei Jahren neu gewählte Stadtrat die Kündigung ausgesprochen.

Die Amtszeit von Dr. Grob war begleitet von einer kritischer Berichterstattung verschiedener Zeitungen über Aufsehen erregende Fälle. Dazu gehörten unter anderem der Fall des Schmerikoner Jugendlichen, der eine teure Therapie auf einem Schiff erfolglos absolvierte oder die zwangsweise Einweisung von Personen in psychiatrische Kliniken.

Dr. Grob hatte, gemeinsam mit dem damaligen Stadtrat, im Sommer 2016 eine Klage gegen die Obersee Nachrichten eingereicht, welche viele der Fälle publizistisch begleitet hatte. Das Kreisgericht Werdenberg-Sargans folgte der Klage in grossen Teilen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es wird nächstens vom Kantonsgericht St. Gallen behandelt.

Der aktuelle Entscheid des Stadtrats Rapperswil-Jona dürfte zu einer Rehabilitation der angeklagten Journalisten beitragen.