LEHRABSCHLUSSFEIER DER „GENUSS- UND LEBENSMITTELPRODUZENTEN“


Alle 21 Lehrabgänger zur Fleischfachfrau oder zum Fleischfachmann sowie fünf Fleischfachassistenten aus den Kantonen St. Gallen und Schwyz schlossen das Qualifikationsverfahren erfolgreich ab. Regina Bösch, Ricken (Gröbli GmbH, Bütschwil) war die erfolgreichste Absolventin aus dem Kanton St.Gallen.


(Norbert Steinhart)

„Die Welt ist im Umbruch, in einer grossen Veränderung“! 

Die Lehrabschlussfeier, organisiert in Zusammenarbeit mit dem Fleischfachverband St. Gallen-Liechtenstein, dem BWZ Toggenburg sowie dem BZ Rorschach, fand in der Turnhalle des BWZT statt. Die Mehrheit der jungen Berufsleute kam trotz der Hitze festlich gekleidet und der Saal war sehr gut besetzt. Die Feier stand im Zeichen des Umbruchs und des Wandels.

Werner Küttel, Präsident des Fleischfachverbandes St. Gallen-Liechtenstein, eröffnete den Abend. Die Welt sei im Umbruch, meinte Küttel. Dies betreffe nicht nur den Klimawandel oder die Generationenfrage mit den Buchstaben X, Y und Z, sondern auch im Kleinen sei nichts so stetig wie der Wandel. Küttel wies darauf hin, dass die jungen Fleischfachleute mit der Entscheidung für einen kreativen und abwechslungsreichen Beruf vor einigen Jahren bereits eine grosse Veränderung auf sich genommen hatten. Jetzt dürfe man den Erfolg geniessen, jedoch sei die Reise noch nicht zu Ende. Aus den Mädchen werden noch Frauen, aus den Jungs Männer. Es gelte mehr Verantwortung zu übernehmen. Und so wie sich die jungen Berufsleute verändern würden, werde dies auch der Beruf des «Metzgers» tun. Deshalb sollen sich die frisch gebackenen Fleischfachleute an der Aktualität orientieren, flexibel bleiben und sich stets weiterbilden. Eines sollen sie jedoch behalten, fügte Küttel an, die Freude am und den Stolz auf den Beruf.

Im Anschluss übernahm Matthias Unseld, Rektor des BWZ Toggenburg, das Wort. Er begann seine Rede mit einer Geschichte eines afghanischen Dichters aus dem 13. Jahrhundert. Die Geschichte zeigte, dass die praktische Bildung schon vor vielen Jahrhunderten einen hohen Stellenwert im Leben der Menschen hatte. In der Geschichte konnte sich ein ungebildeter Seefahrer bei einem Sturm retten, ein gut gebildeter Wissenschaftler hingegen nicht. Unseld erzählte diese Geschichte, weil die Welt im Moment nach «Digitalisierung» schreit. Und auch wenn in naher oder ferner Zukunft noch viele neue Berufe entstehen werden, so haben «Genuss- und Lebensmittelproduzenten» wie Fleischfachleute immer eine Daseinsberechtigung. Auch Unseld ermutigte die Absolventen, neugierig durch die Welt zu ziehen, offen zu sein und sich stets weiterzubilden. Denn die digitale Zukunft wird junge Leute wie die frisch gebackenen Berufsleute brauchen können.

Höhepunkt der Veranstaltung war die Übergabe der eidgenössischen Fähigkeitszeugnisse EFZ und die Ausweise zum Berufsattest EBA. Für den Kanton Schwyz überreichte Marcel Felder (Obmann des Qualifikationsverfahrens) die Ausweise an insgesamt 5 Fleischfachleute und einen Fleischfachassistenten. Ab Note 5.3 wurde neben dem Ausweis auch ein Scherenschnitt verteilt. Im Kanton St. Gallen war Regina Bösch, Ricken (Gröbli GmbH, Bütschwil) mit der Note 5.5 die erfolgreichste Absolventin. Weiter wurden Miriam Fässler, Tuggen (Rickli AG, Schänis) und Tabea Lehner, Rorschacherberg (Ehrbar Bruno, Mörschwil) mit einer Gesamtnote von jeweils 5.3 ausgezeichnet.

Zum Schluss wurde noch Remo Müller (Micarna SA, Bazenheid) als einziger Berufsprüfungsabsolvent und frisch gebackener Vater geehrt.

Nachdem die Gruppenfotos in der heissen Turnhalle im Kasten waren, ging der Festabend mit einem reichhaltigen Apéro, fröhlichen Gesprächen und einer grossen Erleichterung bei allen Beteiligten in die letzte Runde.