LESERBRIEF: E-MOBILITY UND STROM – MIT GUTEN VORSÄTZEN INS NEUE JAHR 2020


Die heutigen Elektroautos sind kein Wundermittel gegen die Erderwärmung, so das Fazit des VCS, die jährlich eine Auto-Umweltliste veröffentlicht. Auf den vordersten Rängen sind Fahrzeuge mit Hybrid- oder Gasantrieb.

Was passiert eigentlich mit den alten Batterien von Elektroautos? Laut den Herstellern kann man Batterien oder Accus nicht einfach entsorgen, wenn diese am Ende ihrer Lebensdauer angekommen sind. Dies ist eine der grossen, offenen Fragen der Elektromobilität. Das klassische Recycling, indem die Batterien durch chemische Verfahren in Einzelteile getrennt werden ist theoretisch möglich, findet aber in der Praxis bis jetzt keine Verwendung.

Der Einbau von Ladestationen in bestehenden Gebäuden gestaltet sich auch nicht einfach. Wer auf das Fahrzeug angewiesen ist, möchte individuell und nach Bedarf laden können. Für zum Beispiel 9 Ladestationen in einem MFH muss der Hausan-schluss mindestens 144 A aufweisen. Umbau- und Anpassungsarbeiten sind daher vorzusehen. Die Anpassung an die bestehenden Begebenheiten ist sehr kostenintensiv.
Die Frage wird sich auch stellen, was passiert bei der Infrastruktur und Leitungsführung bei den Energieversorgern, wenn immer mehr E-Auto die Strassen befahren und geladen werden müssen.

Die AKW in der Schweiz wollen wir abschalten. Genügt dann unsere eigene Energieversorgung noch oder sind wir dann auch wie bei den fossilen Energieträgern vom Ausland abhängig?

Nur auf den Strom zu setzen ist riskant und einseitig. Je mehr fossile Energieträger durch Wärmepumpen und Elektroautos ersetzt werden, desto mehr wird der Bedarf beim Energieträger Strom zunehmen.

Patrik T. Lerch
Mitglied Wiler Stadtparlament

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