MENSCHENRECHTSVERLETZUNGEN DURCH ZWANGSKONVERTIERUNGEN WERDEN EIN GLOBALES PROBLEM


Am 19. November 2019 fand ein Seminar zum Thema „Intoleranz und Diskriminierung gegenüber neuen religiösen Bewegungen: Ein internationales Problem“ statt. Gastgeber des Seminares waren die aus Italien stammende Organisation „Das Zentrum für Studien über neue Religionen (CESNUR)“, sowie die aus Belgien stammende Organisation „Menschenrechte ohne Landesgrenzen (HRWF)“.


(pd) Das Seminar fand in Seoul, Südkorea, statt und widmete sich dem Schutz der Rechte von religiösen Minderheiten, welche zur Zielscheibe von religiösen Mehrheiten wurden; insbesondere im Zusammenhang mit menschenrechts-widrigen Situationen wie Zwangskonvertierungen in Korea.

Zwangskonvertierungen, auch bekannt als „Umprogrammierungen“ sind ein soziales Problem und eine Menschenrechtsverletzung. Mitglieder von religiösen Minderheiten werden entführt und inhaftiert. Sie werden gezwungen ihren Glauben aufzugeben, in dem dieser als eine Sekte bezeichnet wird.

Über 80 Teilnehmer, einschliesslich Rechtsexperten, Journalisten und Vertreter der Zivilgesellschaft, erörterten die aktuelle Situation der Zwangskonvertierung und diskutierten Lösungen zur Verteidigung der Glaubensfreiheit und der Menschenrechte, die zur Norm der internationalen Gemeinschaft geworden sind.

Massimo Introvigne, Geschäftsführer von CESNUR sowie ein italienischer Soziologe, betonte, dass die erzwungene Bekehrung so erfolgt indem die breite Masse aussagt: „Koreanische Umprogrammierer sind spezialisierte Pastoren aus den Hauptkirchen, die meisten von ihnen Presbyterianer.“

„Die Proteste zum Gedenken an die Opfer der Zwangskonvertierung wurden im Bericht des 2019 Aussenministeriums der Vereinigten Staaten über die Religionsfreiheit, einschliesslich der Verletzungen der Religionsfreiheit im Jahr 2018, erwähnt. Es gab jedoch auch nach ihrem Tod neue Fälle von Umprogrammierung“, kritisierte er.

In Bezug auf die mehrdimensionale Strategie zur Lösung dieses Phänomens machte Willy Fautré, Gründer und Direktor von HRWF, mehrere Vorschläge; zum einen auf die Verantwortung der Führung der Presbyterianischen Kirche hinzuweisen, die eine solche Praxis toleriert, unterstützt und vielleicht fördert; die Interessenvertretung bei den Vereinten Nationen und in Organen zu stärken, welche die Religions- oder Glaubensfreiheit verteidigen; und diejenigen strafrechtlich verfolgen, die Menschen ermutigen, Entführung und Inhaftierung zu begehen.

In einem offenen Brief, den 15 internationale NGOs, darunter CAP-LC und HRWF, am 24. Juli an den südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In unterzeichnet haben, heisst es: „Südkorea ist möglicherweise das letzte demokratische Land der Welt, in dem Deprogrammierung noch toleriert wird „Und forderte den Präsidenten auf,“ eingehende Vorwürfe der gewaltsamen Deprogrammierung zu untersuchen, diese widerwärtige Praxis zu beenden und die Verantwortlichen vollumfänglich zur Rechenschaft zu ziehen.“

Unterdessen wurde Südkorea am 17. Oktober zum fünften Mal in den Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen gewählt. Südkoreas Mission bei den Vereinten Nationen sagte, dass sie „an den internationalen Bemühungen zur Reaktion auf Menschenrechtskrisen auf der ganzen Welt teilnehmen“ will. Die Teilnehmer forderten die koreanische Regierung nachdrücklich auf, auf die Frage der erzwungenen Konvertierung zu reagieren, die immer noch die Menschenrechte der südkoreanischen Bevölkerung bedroht.