MILLIONENSCHADEN IN SCHMERIKON – BRANDSTELLE GLEICHT „GROUND ZERO“


Mehr als eine Million Franken Schaden. Eine eingestürzte Produktionshalle der Firma Wild und Küpfer AG. Feuerwehrleute im Dauereinsatz. Linth24, Partner-Plattform von Wil24 im Linthgebiet,  war heute Morgen nach dem Brand in Schmerikon.


Bereits beim Bahnhof Schmerikon stinkt es. Ein Kilometer vom Brandplatz entfernt. «Das sind Moleküle von Polypropylen und Polyethylen – also von verbranntem Kunststoff», sagt Hauptmann Michael Röther, Vize-Kommandant der Feuerwehr Uznach-Schmerikon.

Er war von gestern Mittag bis heute Morgen um vier Uhr im Dauereinsatz und ist nach ein paar Stunden Schlaf morgens um Neun schon wieder auf dem Brandplatz. «Ja, es sieht ein wenig aus wie Ground Zero», sagt der erfahrene Feuerwehrmann.

Dass es so heftig brannte, überraschte nur im ersten Moment. Was man zuerst nicht wusste, war, dass in der Halle fertige Kunststoffteile auf Paletten verkaufsbereit lagen: «Kunststoff brennt extrem gut», erklärt Röther. Und wie gefährlich ist es für die Atmung, für die Bevölkerung, die von der Rauchwolke eingedeckt wurde? «In den jetzigen Konzentrationen ist es nicht gefährlich», sagt Michael Röther. Aber allzulange sollte man dem Gas nicht ausgesetzt sein.(Der Reporter merkt das selber: Eine Stunde auf dem Brandplatz führt danach in der Redaktion zu einem intensiven Reizhusten.)

88 Männer und Frauen verschiedener regionaler Feuerwehren im Einsatz

88 Männer und Frauen verschiedener regionalen Feuerwehren waren gestern bis tief in die Nacht im Einsatz. Die Einsatzkräfte aus Uznach-Schmerikon haben auch am Tag nach dem Brand noch viel zu tun. Überall glimmen Brandnester. Die müssen gelöscht werden. Es zischt und stinkt. Konzentriertes Arbeiten über mehrere Minuten ist nur mit Atemschutzgeräten möglich.

Während die letzten Brandnester gelöscht werden, hat der Abbruch der Hallen-Trümmer bereits begonnen. Ein Bagger reisst die Masse aus geschmolzenem Plastik und Stahl auseinander und macht sie bereit für den Wegtransport.

Mario Aldrovandi (© Alle Fotos)