MUSIK LIEGT IN DER WILER LUFT – AUCH AM 15.11. MIT EMANUELA HUTTER


Eine der Wiler Stärken ist ihre Innovationskraft in der Kultur. Die Stadt bietet einen guten Nährboden für kreative Karrieren; ein Beleg für diese Behauptung konzertiert nächstens in Wil.


(Adrian Zeller)
Emanuela Hutter ist eine international anerkannte Sängerin. Wenn sie mit ihrer Band «Hillbilly Moon Explosion» in Moskau, Las Vegas, Nashville, Helsinki, Athen oder London auftritt, sind die Fans begeistert. Die Clips der Gruppe werden auf Youtube millionenfach angeklickt. Das Erstaunliche: Der steile Aufstieg von Emanuela Hutter startete vor über zwanzig Jahren in Wil. Mit der damaligen Band «The Buechsenbeers» sammelte sie ihre ersten Bühnenerfahrungen.


Videoclips von „Hillbilly Moon Explosion“ mit Emanuela Hutter:


Bariton mit internationaler Karriere

Einige Jahre davor war der Auftakt zur Laufbahn von Kurt Widmer. Der gebürtige Wiler stand in vielen Ländern als Bariton auf der Bühne und arbeitet mit namhaften Dirigenten zusammen. Heute wirkt er als Musikpädagoge in Basel.

Weitere erfolgreiche Musikschaffende haben den Namen Wil ins Land oder darüber hinaus getragen etwa die Komponisten und Musikdirektoren Paul Huber sowie Ulrich Hilber, die lange in der Äbtestadt gewirkt haben. Was sagte dies aus?

Guter Nährboden

Musikalische Karrieren können sich dort am besten entfalten, wo der entsprechende Nährboden günstig ist. In Wil scheint er besonders fruchtbar zu sein. Immerhin wurde das hiesige Sinfonische Orchester vor über dreihundert Jahren gegründet; es ist das älteste Liebhaber-Orchester der Schweiz.

Das heutige Musiktheater Wil seinerseits hat seine Ursprünge im Jahr 1866. Die Stadttambouren haben 1922 zusammengefunden. Der Kammerchor feiert dieses Jahr sein sechzigjähriges Bestehen. Und die Baronenhauskonzerte stehen seit 1964 im Wiler Kulturkalender. Die Liste der traditionsreichen Kulturvereine und -angebote in der Stadt liesse sich erheblich verlängern.

Traditionen schaffen Identität

Ohne jeden Zweifel: Wil ist nicht nur eine Stadt mit einem gepflegten historischen Kern, in ihr werden auch verschiedene kulturelle Traditionen lebendig gehalten. Diese schaffen Identität und Geborgenheit; gerade in einer sich durch Digitalisierung und Globalisierung rasch verändernden Gesellschaft.

Wenn bei Traditionen allerdings die Innovation zu kurz kommt, werden sie zum starren Korsett, die die Vitalität immer weiter einschnüren. Nur Traditionen, die sich den veränderten Zeitumständen anzupassen vermögen überleben langfristig.

Zuerst abgelehnt, jetzt gefördert

In Wil sind Tradition und Innovation erstaunlich gut ausbalanciert. Als 1980 einige Jugendliche den «Verein Pankraz» ins Leben riefen, um das Wiler Kulturangebot zu erweitern und in der Altstadt Openair-Konzerte zu veranstalteten, schlug ihnen heftiger Widerstand entgegen. Möchte heute jemand das Festival «Rock am Weier» missen? Es hat seine Wurzeln in den ersten Freiluft-Konzerten in der Altstadt.

Wer hätte 1985 gedacht, als einige rebellische junge Menschen den Verein «Kultur Löwe» gründeten, dass daraus eines Tages ein anerkanntes Konzerthaus namens «Gare de Lion» mit vielfältigem Musikprogramm und Ausstrahlung in die Region resultieren würde?

Classic Open Air als Erfolgsgeschichte

Den Nachweis, dass das Classic Openair Wil alles andere als eine Eintagsfliege ist, ist längst erbracht, seit 2001 begeistert es das Publikum auf dem Hofplatz, ursprünglich als Verdiana.

Musik in allen Stilrichtungen ist in Wil weit mehr als schmückendes Beiwerk und Zeitvertreib, sie ist eine Passion, die von einer Generation zur nächsten übergeht. Die Sängerin Emanuela Hutter formuliert es so: «Das schönste Kompliment ist, wenn mich junge Frauen darauf ansprechen, dass ich ein Vorbild für sie bin.» All dies vermag Musik in Wil zu leisten.

Übrigens: Am Freitag, dem 15.November tritt Emanuela Hutter mit ihrer Band im «Gare de Lion» auf.


Videoclips von Kurt Widmer:


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