NANU: FREIWILLIGENARBEIT 60PLUS ALS WIN-WIN-STRATEGIE


NANU (Netzwerk Alter – Nachhaltig Unterwegs) legt den Schwerpunkt in diesem Jahr auf  die Freiwilligenarbeit 60plus.

Im Titelbild: Stadtrat Sulzer und Beat Steiger (OK NANU) bedanken sich bei den Referierenden mit einer Wiler Wasserkaraffe: v.l. Lukas Niederberger, Claudia Kraus, Ueli Rickenbach. (Foto: F. Kugler) 


Frischpensionierte wissen oft ziemlich genau, wie sie nach der Pensionierung ihr Leben gestalten wollen und haben in der nachberuflichen Phase interessante Pläne und Projekte. Viele leisten zudem Sorgearbeit in der Verwandtschaft für ihre Grosskinder oder ihre hochbetagten Eltern oder sind verfügbar, wenn ihr Verein ein starkes Engagement von Freiwilligen braucht.

Am 14. November erhielten zahlreiche Interessierte im katholischen Pfarreizentrum Wil Einblick in verschiedene Formen der Freiwilligenarbeit. In der Begrüssung von politischer Seite betonten Stadtrat Dario Sulzer und Guido Grütter, Präsident der Regio Wil, wie zentral Freiwilligenarbeit in der Nachbarschaft, im Quartier, in den lokalen Vereinen, aber auch in Ehrenämtern ist. Sie sparten denn auch nicht mit ihrem Dank  an die Anwesenden, die durch ihre Freiwilligenarbeit für das tägliche Wohlergehen im Zusammenleben Unbezahlbares leisten, indem sie da und dort Menschen in ihrer Umgebung liebevoll unterstützen.

In drei Kurzreferaten  wurden in einem ersten Teil verschiedene Möglichkeiten der Freiwilligenarbeit aufgezeigt.

Lukas Niederberger von der schweizerischen gemeinnützigen Gesellschaft betonte, dass Freiwilligenarbeit nicht nur den Unterstützten was bringt, sondern für die Freiwilligen selbst sehr sinnvoll ist, weil sie mit andern etwas bewegen und helfen können, dabei die eigenen Erkenntnisse erweitern und sich persönlich weiter entwickeln.

Ueli Reichenbach stellte das Portal für Freiwilligenarbeit, benevol-jobs.ch, vor, welches ermöglicht, dass Anbieter von Freiwilligenjobs passende Freiwillige in ihrer Umgebung finden und umgekehrt.

Claudia Kraus erklärte das System der Zeitvorsorge, das in der Stadt St.Gallen funktioniert und auf weitere Gemeinden ausgeweitet werden soll. Dabei können rüstige Personen in der nachberuflichen Phase hochbetagte Personen unterstützen zum Beispiel beim gemeinsamen Kochen und Essen. Sie können auch Hilfe im Haushalt oder bei Fahrten zum Einkaufen anbieten, pflegende Angehörige entlasten, Schwerkranke und Sterbende begleiten oder administrativ resp. handwerklich unter die Arme greifen. Dabei wird darauf geachtet, dass die Freiwilligen und Hochbetagten gut zueinander passen. Bei diesem Dienst können die Freiwilligen ihre geleisteten Stunden auf einem Zeitgutschriftenkonto gutschreiben lassen und diese Stunden in der hochbetagten Lebensphase in der gewünschten Form einfordern, wobei die jeweilige Stadt/Gemeinde die Einlösbarkeit der angesparten Stunden garantiert.

Im zweiten Teil konnte das Publikum direkt mit Freiwilligen und folgenden Freiwilligenorganisationen in Kontakt treten und sich ein Bild der bunten Vielfalt von Freiwilligenarbeit machen: Förderverein Spitex Thurvita, katholische und evangelische Kirche, Caritas, Rotes Kreuz, Pro Senectute, benevol und Zeitvorsorge.

Neben den anwesenden Organisationen gab es auf einem Tischchen  Flyer von anderen Organisationen, in denen Freiwillige tätig sind und ihre Dienste anbieten. Dieter Sulzer, der Leiter der Schweizerischen Bibliothek Pro  Senctute, stellte Bücher zur Freiwilligenarbeit vor und zeigte, wie man auch wertvolle Literatur und Filme über das Alter per Fernleihe bestellen kann.

Wie Lukas Niederberger aufzeigte, leisten etwa 50 Prozent der Personen ab 15 Jahren informelle (z.B. Nachbarschaftshilfe) oder formelle Freiwilligenarbeit (z.B. in Vereinen) und machen dadurch das Zusammenleben für sich und andere viel angenehmer.

Beat Steiger stellt vor vielen Interessierten Ansprechpersonen der Organisationen vor, die mit Freiwilligen anwesend sind: Franz Schibli (katholische Kirche), Ursula Moeck Zuber (evangelische Kirche), Philipp Holderegger (Caritas), Peter Baumgartner (Pro Senectute), Dr. Urs Germann (Förderverein Spitex Thurvita); auf dem Bild fehlt Daniela Koller (Rotes Kreuz). (Foto: W.Wilhelmer)
Dieter Sulzer, Leiter der Schweizerischen Bibliothek Pro Senectute, im Gespräch mit Personen, die Literatur für alle Fragen des Alters suchen. (Foto: W. Wilhelmer)