NOTWENDIGER NEUSTART DES RLZ OSTSCHWEIZ IN WIL


Nach dem grossen Reputationsschaden durch die Missbrauchsvorwürfe an einen Trainer, durch mangelhafte Kooperation mit dem Trainingszentrum Fürstenland Frauen und durch Streit in der Führung des Regionalen Leistungszentrums Ostschweiz (RLZO) in Wil sucht die Organisation für den elitären Nachwuchs im Kunstturnen mit einem Neustart den Weg in eine erfolgreiche Zukunft.


Anlässlich einer Medienkonferenz am 6. März 2020 in Wil wurde darüber informiert. Neben einer geplanten Ombudsstelle für die minderjährigen Kunstturnerinnen und Kunstturner werden auch die Leitungsgremien auf organisatorischer und sportlicher Ebene neu besetzt und angepasst. Zudem soll die Zusammenarbeit mit den Partnerorganisationen (TZFF Mogelsberg und Turnfabrik Frauenfeld) verbessert werden.

An der Medienkonferenz dabei: v.l. Jürg Litscher (Chef Spitzensport des St.Galler Turnverbands), Alexander Brochier (RLZO-Präsident), Marcel Altherr (RLZO-Vorstand für Marketing) und Markus Züblin (RLZO-Vorstand für Projekt Neustart und Sport-verein-t).

Nachfolgend eine Übersicht über die neue Organisation, die Ziele des RLZO sowie ein Interview mit dem neuen Präsidenten Alexander Brochier.


RLZO-Website:
„Das RLZ Ostschweiz steht für die Förderung und Ausbildung der Nachwuchsturnerinnen und –turner. Das erklärte Ziel ist, die Athleten so auszubilden, dass sie den Übertritt in ein Schweizerisches Kader erreichen. Das bestreiten von nationalen und internationalen Wettkämpfen gilt als Bestandteil der Ausbildung.“


Wie sollen die Ziele erreicht werden?


Wer macht was?


Der neue RLZO-Präsident Alexander Brochier gibt Auskunft

Was hat Sie motiviert das Präsidium zu übernehmen?
Brochier: Da ich als Jugendlicher vom Turnsport in meiner persönlichen und beruflichen Entwicklung sehr profitiert habe, möchte ich dieses jetzt zurück geben.

Was ist Ihre Beziehung zum RLZO/ zum Kunstturnen/ zum Leistungssport?
Als jugendlicher Kunstturner habe ich bis Landesliga geturnt und wurde mit der Mannschaft Bayerischer Meister. Danach wurde ich Trainer von Schülern und Jugendlichen im Alter zwischen 8 und 16 Jahren, wobei meine Jungs in 1986 Bayerischer Meister wurden. Das beeindruckendste Erlebnis meiner aktiven Turnerzeit war, als ich während eines Freundschaftswettkampfes mit dem BTV Luzern von Sepp Stalder bei ihm daheim seine olympische Goldmedaille gezeigt bekam.
Ich war Gründungsmitglied vom RLZO und war bis 2013 verantwortlich für den Betrieb. Im Jahr 2012 war ich Organisationsverantwortlicher für den Frauen-Länderkampf Schweiz, Russland und Grossbritannien in Wil. Dies war in der Zeit als ich Präsident des Trainingszentrum Fürstenland Frauen gewesen bin.
Im Trainingszentrum Fürstenland Männer hat mein Sohn seine Grundausbildung im Kunstturnen genossen, um danach im Schweizer Kader Snowboarder zu werden. Meine älteste Tochter war Kunstturnerin im RLZO (Nachwuchskader A) und ist nun Kampfrichterin. Meine jüngste Tochter ist im Trainingszentrum Fürstenland Frauen (P2) und ist im Nachwuchskader B.

Was sind Ihre kurz- und mittelfristigen Ziele als Präsident?
Brochier: Zusammen mit dem neuen Team eine leistungssportkonforme Grundlage für die Entwicklung der Kinder in unserer Region schaffen, welche Stabilität und Glaubwürdigkeit ausstrahlt, damit Eltern gerne und ohne zu zögern ihre Kinder in unsere Obhut geben (RLZO Neu und Satelliten) und ein steigende Anzahl Kinder mit Freude den Kunstturnsport betreiben.

Welche Fähigkeiten und/ oder private und berufliche Erfahrungen können Sie einbringen?
Brochier: Ich kenne den Kunstturnsport als aktiver Leistungssportler, als Trainer, als engagierter Vater und als Vorstandsmitglied. Als Geschäftsleitungsmitglied mit Verantwortung für das Personalwesen führe ich komplexe Strukturen und habe viele Transformationsprojekte umgesetzt.

Was ist Ihr Leitmotiv/Lebensmotto?
Brochier: Ich bin Brückenbauer zwischen Menschen – gutes Tun tut gut!