PATRIK LERCH: „ES SOLLTEN ALLE GLEICH LANGE SPIESSE HABEN!“


Patrik Lerch gehört zu den stillen Schaffern im Wiler Parlament, die sich mit viel Engagement hinter den Kulissen für die Gemeinschaft einsetzen. Wir trafen ihn zu einem Kaffeegespräch und wollten wissen, wer er ist und welche Ziele er jetzt auch als Kantonsratskandidat verfolgt.


Wie sind Sie zur Politik gekommen?

Patrik Lerch: Als ich 27 Jahre alt war, trat ich der SVP bei. In unserer Familie war die Politik immer ein fester Bestandteil. Mein Vater war Gewerkschafter und war zusätzlich tätig als Personalvertreter bei einer Privatbahn. Da bekam man als Jugendlicher schon einiges mit. Für mich war es deshalb selbstverständlich mich politisch zu engagieren. Der Einstieg in die Politik kam über meinen Onkel. Er politisierte in der LDU in St. Gallen.
Im 2002 wurde ich in der Parteileitung der SVP Ortspartei Wil gewählt und amte als Parteisekretär/Aktuar. Bei den Gemeinderatswahlen im 2004 wurde ich in das Wiler Stadtparlament gewählt.

Wie beurteilen Sie die Arbeit im Stadtparlament Wil?

Die Zusammenarbeit mit anderen Fraktionen ist schwieriger geworden. Der bürgerliche Flügel hat sich in den letzten Jahren verkleinert. Auch bei Budgetsitzungen wurde früher mit der FDP viel enger zusammengearbeitet.

 Wofür wollen Sie sich im Kantonsrat besonders einsetzen?

Mit meiner Parlamentserfahrung in der Stadt Wil möchte ich die bürgerliche Politik im Kantonsrat weiterführen. Vor allem in der Energiepolitik gibt es viele Baustellen. Die vierte Auflage der kantonalen Mustervorschriften MuKEn 2014 wird in Kürze im Kantonsrat behandelt. Diese sollen für den Bürger und Steuerzahler finanzierbar und verträglich gestaltet werden.
Wichtig ist mir die Förderung von Arbeitnehmern bei privaten Unternehmen, die aus finanziellen und zeitlichen Gründen nicht politisch tätig werden können. Das Problem liegt darin, dass die Gesamtarbeitsverträge dies nicht zulassen. In unserem GAV kann der Arbeitgeber die Ausübung von politischen Ämtern unterstützen, dies ist aber für ihn nicht bindend. Dies habe ich selber vor einigen Jahren erfahren, als ich im Wahlkampf stand. Die Sessionen fanden an 12 Tagen statt. Somit hätte ich dafür Ferien beziehen müssen. Für den Arbeitgeber war dies daraufhin erledigt. Auf der anderen Seite können die Angestellten von Gemeinden und Kantonsverwaltungen eine gewisse Anzahl Tage im Jahr für die Ausübung von politischen Tätigkeiten beziehen. Die Abwesenheit des Angestellten wird durch den Arbeitgeber bezahlt. Das führt zur Untervertretung verschiedener Branchen.

Wie könnten die Rahmenbedingungen verbessert werden, damit Angestellte in der Privatwirtschaft und Unternehmer sich wieder vermehrt in den Parlamenten engagieren würden?

Die politischen Tätigkeiten im Wiler Stadtparlament findet an den Abenden statt. Dies ist zeitlich mehr oder weniger gut zu bewältigen. Im Kantonrats wird es einiges schwieriger, weil die Sessionen an mehreren Tagen stattfinden. Ist ein Mitarbeiter abwesend, fehlt dem Unternehmen die Arbeitskraft. Das belastet das Unternehmen finanziell und zeitlich.
Der Mitarbeiter bekommt für seine Tätigkeit zum Beispiel im Kantonsparlament eine entsprechende Entschädigung. Eine mögliche Lösung könnte sein, dass die Entschädigung, die er erhält dem Arbeitgeber überweist. Als Gegenleistung könnte der Arbeitgeber die Ferien für die Sessionen stehen lassen. Wichtig wäre auch, dass die öffentliche Verwaltung sich mehr an die privaten Unternehmen anlehnen würde, um Verzehrungen zu vermeiden. Es sollten alle gleich lange Spiesse haben.


Weitere Infos unter

www.svpstadtwil.ch oder svpwil.ch