SOMMERSERIE (5): „WENN ICH DIE STADT WIL REGIEREN WÜRDE“


Am 27. September 2020 wird das Wiler Stadtpräsidium neu besetzt. wil24.ch fragt bei unterschiedlichen Einwohnerinnen und Einwohnern der Stadt nach, was sie ändern würden, wenn sie an der Spitze der Stadtregierung wären.


Beat Steiger, pensionierter Gymnasiallehrer und Präsident WIFONA, www.wifona.ch

«Wenn man die 9 Aktivitätsfelder der Stadt Wil, wie sie im Geschäftsbericht 2019 aufgeführt sind, betrachtet („Vielfalt Lebensraum Mensch“, „innovativ“, „konsequent nachhaltig“, „partizipativ“, „attraktiver Bildungsstandort“, „energetisches Vorbild““, „hochstehend verdichtet“, „mobil“, „lebendiger Wirtschaftsstandort“), könnte man meinen, Wil sei bestens unterwegs. Das stimmt teilweise sicher.

Als Stadtpräsident würde ich dort, wo es wegen parteipolitischen Querelen, Überlastung von Behördenmitgliedern und der Verwaltung, mangelhafter Zusammenarbeit zwischen den Departementen, zwischen Exekutive und Legislative usw. harzt und Wichtiges unnötig verzögert wird oder gar auf der Stecke bleibt, eine wertschätzende, lösungsorientierte Kommunikationskultur entwickeln. Wie? Indem man sich mehr Zeit einräumt für das Gespräch unter Einbezug der von einem Problem unmittelbar Betroffener ausserhalb des Politzirkus nach dem Motto „Betroffene zu Beteiligten machen“.

Die Umnutzung der Liegenschaft zum Turm sollte deswegen nicht nur viel Raum bieten für Kultur- und Vereinsarbeit, sondern auch für Begegnungen und Vernetzungen von Jung und Alt, Arm und Reich, Links und Rechts, Profis und Freiwilligen, für Planer und von Planungen Betroffenen.

Auch die Behörden und relevante Institutionen sollten sich regelmässig mit der interessierten Bevölkerung zum lösungsorientierten Austausch und zur Zusammenarbeit treffen. Die Begegnungen müssten niederschwellig sein und nicht auf Hochglanz stattfinden wie im Stadtsaal. Deswegen würde ich symbolisch alle Räume nur mit Second Hand Möbeln einrichten lassen. So wäre der „Turm“ ein Ort der gemeinsamen Sorge für die Stadt, ein Ort des Austausches, der Begegnung, der Vernetzung, des lösungsorientierten Arbeitens unter direkten Einbezug der jeweils betroffenen Bevölkerung!»