VERMEHRTE AUFMERKSAMKEIT FÜR DIE REGIONALEN VERANSTALTUNGEN


Die Volkshochschule Wil schreibt kombinierte Kurse zur wirkungsvollen Promotion von Veranstaltungen und Events aus. Was wird in diesen Kursen vermittelt?  Wir sprachen mit Adrian Zeller, der nach einer journalistischen Ausbildung seit 1995 in der Medienbranche aktiv ist. Er hat selber verschiedene Kulturanlässe organisiert. 


wil24: Adrian Zeller, Sie sind neben Franco Diomaiuta einer der Leiter der Volkshochschulkurse. Was können die Teilnehmenden lernen? 

Adrian Zeller: «Aus persönlichem Interesse und aus beruflichen Gründen stehe ich seit vielen Jahren mit Kulturschaffenden und Veranstaltern in Kontakt. Ich höre immer wieder Klagen, Ausschreibungen von Ausstellungen, Konzerten, Vorträgen usw. würden von den Redaktionen zu wenig publiziert und auch vom Publikum zu wenig beachtet. Bei Anlässen blieben Plätze leer.»

wil24: Wie kann Ihr Kurs da Abhilfe schaffen?

Adrian Zeller: «Nach meinen Erfahrungen würde die Vermittlung von Know-how einigen Veranstaltern helfen, mehr Aufmerksamkeit beim Publikum zu finden. Eine Redensart sagt: Die schönsten Blumen blühen oft im Verborgenen. Viele Menschen in der Region investieren viel Herzblut. In den Malateliers, in den Probekellern, in den Tanzstudios entstehen tolle Produktionen, sie sind es wert, dass das Publikum auch um sie weiss. Vermehrte Resonanz würde die Motivation der Engagierten zusätzlich erhöhen.»

Adrian Zeller, rechts im Bild, hat viel Erfahrung mit der Promotion von kulturellen Anlässen.

Wil 24: Was kann man konkret tun?

Adrian Zeller: «Bekanntlich leben wir in der Zeit des digitalen Wandel. Viele Menschen denken, die Werbung für einen Event in der Zeitung sei ausreichend. Heutzutage erreicht ein Eingesandtes in der Lokalpresse lediglich ein sehr beschränktes Publikum. Nur ein Teil der Medienkonsumenten vertieft sich noch regelmässig in eine Lokalzeitung. Die übrigen lesen Pendlerzeitungen, hören Privatradios, schaue Regionalfernsehen,  informieren sich im Internet via Online-Plattformen, Posts, Clips und digitale Veranstaltungskalender. Heute kann es leicht passieren, dass während eines Konzertes oder einer Vernissage die ersten Fotos im Internet erscheinen. Viele dieser neuen Infoangebote sind kostenlos. Die Zukunft wird zeigen, wie viele Menschen bereit sind regelmässig in ein Zeitungsabo zu investieren.

Apropos Internet: Es hat das Informationsangebot lawinenartig erhöht. Veranstalter stehen heute in einem unerbittlichen überregionalen Konkurrenzkampf um Beachtung. Wer sich beim Publikum nicht auffällig bemerkbar macht, hat das Nachsehen. Die Kehrseite der Medaille sind die vielen neuen Publikationsmöglichkeiten, die das Internet schafft, sie bringen Veranstaltern neue Chancen, um potentiell Interessierte anzusprechen.

Zudem ist die Bewerbung um Sponsorengelder erfahrungsgemäss eine grosse Herausforderung, Kulturschaffende und Vereine, von denen man immer wieder mal liest oder hört, haben sicher einen Vorteil bei der Vergabe der Förderbeiträge. Übrigens erwarten einige Stiftungen auch Medienberichte als Beleg für den erfolgreichen Einsatz der gesprochenen Gelder.»

wil24: In Ihrer Kursauschreibung geht es um Printmedien, nun sagen Sie oben, die seien heute nicht mehr so bedeutend: ein Widerspruch?

Adrian Zeller: «Dies erscheint auf den ersten Blick tatsächlich so, aber die Zusammenhänge sind komplexer. Ein erheblicher Teil der Werbeeinahmen verschiebt sich von der gedruckten Presse ins Internet. Sinkende Werbeeinnahmen bei den Zeitungen bedeuten auch Einsparungen beim Redaktionspersonal. Zeitlich aufwändige Bearbeitungen von Einsendungen von Veranstaltungen können sich einige Redaktionen aus Kapazitätsgründen kaum mehr leisten. Je besser aufbereitet eine Vorschau oder ein Veranstaltungsbericht bei ihnen eintrifft, desto lieber werden sie ihn publizieren.

Was ein informativer und prägnant formulierter Text ausmacht, ist vor allem Handwerk, dieses kann man lernen; dazu muss man nicht als Schreibtalent zur Welt gekommen sein. Diese Grundregeln dazu vermittle ich in meinem Kurs. Diese Grundsätze gelten auch für Publikationen im Internet, auf Flyern usw. Am Ende des Kurses sollen die Teilnehmenden das Publikum mit ihren Publikationen noch besser erreichen. Den Bereich der sozialen Medien wird Franco Diomaiuta, ein erfahrener Digital-Experte, erläutern. Alle drei Kurse basieren übrigens auf einer Kooperation der Volkshochschule Wil mit der IG Kultur Wil. Wer an allen teilnimmt, hat den grössten Nutzen.»


Kurse der Volkshochschule Wil:

Dienstag, 26. Februar 2019, 19 – 21 Uhr:
Promotion von Anlässen in den Printmedien

http://www.vhs-wil.ch/291-1983-promotion-printmedien.html

Dienstag, 5. März 2019, 19 – 21 Uhr:
Social Media: Was kann ich damit anstellen?

http://www.vhs-wil.ch/8-programm/292-1994-socialmedia.html

Dienstag, 12. März, 19 – 21 Uhr:
Social Media als Marketing-Instrument

http://www.vhs-wil.ch/8-programm/293-1995-socialmedia-als-marketing-instrument.html