WILER EDIN MUJKANOVIC MIT BORDERPASS-FILMPROJEKT AN JUGENDFILMTAGEN 2020


(JG/LW) Diesen Sommer fand  – als Teil des integrativen BorderPass-Projekts – ein Filmworkshop in Sarajevo statt. Daran teilgenommen haben sieben Jugendliche aus der Schweiz und acht Jugendliche aus Bosnien und Herzegowina, Serbien und Montenegro. Mit dabei war auch Edin Mujkanovic aus Wil (ganz rechts im Titelbild). Der Film seines Teams, „Work on Rails“, ist an den Jugendfilmtagen Ende März 2020 in Zürich zu sehen.

BorderPass ist eine Zusammenarbeit der Schweizer Jugendfilmtage, dem Dokufest (Kosovo), dem KREF Filmski Festival (Serbien) und dem Pravo Ljudski Filmfestival (Bosnien & Herzegowina). Ziel der Workshops ist neben dem Erlernen von Dokumentarfilmtechniken auch der Abbau von Vorurteilen gegenüber anderen Menschen und Kulturen. Die Kurzfilme, welche im Workshop entstanden sind, werden an den Schweizer Jugendfilmtagen vom 25. bis 29. März 2020 in Zürich zu sehen sein.

Edin Mujkanovic aus Wil

Im BorderPass-Projekt dabei ist der 15-jährige Wiler Edin Mujkanovic. Edin wohnt in Wil und spielt Fussball. Er hat mit zwei anderen Jugendlichen den Kurzdokumentarfilm „Work on Rails“ realisiert. Der Film handelt von einer Strassenbahnfahrerin in Sarajevo.


BorderPass in Sarajevo

Die zweite Ausgabe von BorderPass fand im Sommer 2019 in Sarajevo statt. Während eines sechstägigen Workshops setzten sich 15 Jugendliche aus der Schweiz, aus Bosnien und Herzegowina, Serbien und Montenegro kritisch mit dem Thema «Memory of Spaces» auseinander. Die gemeinsam erarbeiteten Dokumentarfilme sollen zum interkulturellen Verständnis und zum Wissensaustausch beitragen und somit helfen, Vorurteile auf allen Seiten abzubauen. Viele Balkan-Jugendliche in der Schweiz sind konfrontiert mit einem eher schlechten Image, das den Migrant*innen anhaftet und welches sich auf Stereotype und Vorurteile stützt. Erschwerend kommt hinzu, dass dieses Image nicht zuletzt auf der pauschalisierten Darstellung dieser Bevölkerungsgruppe in den Medien beruht. Diese Marginalisierung und Diskriminierung betrifft auch das Selbstbild der Jugendlichen. Neben der Situation der Migrant*innen in der Schweiz möchte das Projekt auch einen Beitrag zur Verständigung und Friedensförderung der Balkanländer untereinander leisten. Die Vision der Projektpartner von «BorderPass» ist es, die Jugendlichen aus den entsprechenden Ländern zusammenzubringen, den Austausch untereinander zu fördern und anhand der gemeinsamen Erarbeitung von Dokumentarfilmen, verschiedene Schlagworte – Identität, Migration, Respekt und Menschenrechte – kritisch zu hinterleuchten. Weiter soll die breitere Öffentlichkeit anhand der entstandenen Workshop-Dokumentarfilme für diese Themen und den Umgang mit diesen sensibilisiert werden. Insgesamt sind in Kleingruppen 5 Dokumentarfilme entstanden. Filmpremiere an den 44. Schweizer Jugendfilmtagen Die Kurzfilme werden an den Schweizer Jugendfilmtagen vom 25. – 29. März 2020 in Zürich zu sehen sein. Im Anschluss an die Premiere hat das Publikum die Gelegenheit, die jungen Filmschaffenden in einer Podiumsdiskussion zu den Filmen und ihren Erfahrungen in Sarajevo zu befragen. Gerne vermitteln wir Interviews mit den beteiligten Jugendlichen. Mehr Informationen zum Projekt auf: www.borderpass.ch.


Über die Schweizer Jugendfilmtage

Die Schweizer Jugendfilmtage sind das grösste nationale Filmfestival für Nachwuchsfilmschaffende. Das Festival fand 1976 zum ersten Mal statt und hat sich heute zur wichtigsten Plattform für junge Schweizer Filmschaffende entwickelt. Kernstück ist der Kurzfilmwettbewerb: In fünf Kategorien messen sich Schul- und Jugendtrefffilme, freie Produktionen und Filme von Filmstudierenden. Über 2’000 Jugendliche sind jedes Jahr an den Filmen beteiligt. Die im Vorfeld eingereichten Filme werden von einer Fachjury ausgewertet. Rund 50 davon werden dann an den Jugendfilmtagen gezeigt und ausgezeichnet. Unter dem Jahr veranstalten die Schweizer Jugendfilmtage u.A. kostenlose Filmworkshops im In- und Ausland.