WWF OSTSCHWEIZ ERÖFFNET ERSTEN SCHAUF- UND LEHRBIENENSTAND


Wildbienenarten sind in ihrem Bestand gefährdet. In Kaltbrunn wurde am Samstag durch WWF und Hobby-Imker umfassend informiert.


(Werner Hofstetter) Unter dem Titel „More than Honey“  lud der WWF zusammen mit den Imkern zu einem Samstagmorgen-Event ein. Die Hobbyimker, hervorragende Instruktoren, die das Imkerhandwerk hunderprozentig beherrschen, gaben den Besuchern Auskunft über „Was brauchen die Bienen, was geben die Bienen, wie leben die Bienen, was produzieren die Bienen, Jahresablauf der Bienenvölker, Unterschied zwischen Honig- und Wildbienen“?

Die Georg-Steiner-Stiftung in Kaltbrunn schützt das Grundstück in der Kirchhalden seit mehr als 30 Jahre vor Überbauung. Das Land wird nach ökologischen und naturschützerischen Grundsätzen bewirtschaftet. Zum Grundstück gehört ein unter Heimatschutz stehendes Wohnhaus, das in den Jahren 2013/2014 zu einem Schau- und Lehrbienenstand umgebaut wurde. In der Umgebung wurde ein Wildgarten erstellt, der seit 2016 öffentlich zugänglich ist. Er bietet gute Nahrungsgrundlagen für Wild- und Honigbienen, Strukturen und Refugium für Nestbauer und Reptilien. Im Biotop vergnügen sich die Amphibien und Insekten.

Haus und Scheune dienen als Ausbildungsort für Natur und Tier nach biologischen Richtlinien. Es ist das erste Ausbildungszentrum in der Schweiz. Im Obergeschoss werden Schulungs- und Gruppenräume für Kurse angeboten. Im Erdgeschoss sind Bienenvölker, Arbeits- und Schleuderräume.

In der Schweiz gibt es rund 600 Wildbienenarten, wovon fast 50 Prozent bedroht sind. Bei Honigbienen kennt man nur 6 unterschiedliche Arten. Wildbienen bestäuben nur die Vielfalt der Pflanzen, produzieren aber keinen Honig und transportieren keine Pollen. Beide Bienenarten spielen aber eine grosse Rolle bei der Bestäubung von Pflanzen und Blüten.

Die Honigbiene lebt in einem Volk, das aus ca. 10’000 bis 30‘000 Bienen besteht. Jede Arbeiterbiene übernimmt eine bestimmte Aufgabe. Die vom Volksmund bekannte „fleissige Biene“ übernimmt die Reinigung, baut Waben, füttert die Larven, sorgt sich um die Königin, sammelt Nektar und Pollen. Nur die Bienenkönigin kann für Nachkommen sorgen. Fast jeden Tag legt sie bis zu 2000 Eier. Nicht alle sind befruchtet. Die Königin kann bis zu fünf Jahre alt werden.

Es fehlt ein Ernährungstisch

Eine Arbeiterbiene dagegen wird nur etwa 35 Tage alt. Ihr kurzer Lebensabschnitt ist besser strukturiert als beim Mensch. Vom Tag 1-12 wird sie von der Brut gepflegt. Vom Tag 13-18 hilft sie beim Bau. Ab dem 17. Tag ist sie Wächterbiene und beschützt den Bienenstaat. Erst ab Tag 22 bis etwa Tag 35 fliegt sie aus und sammelt Nektar und Pollen. Sie sorgt für Honig, Propolis, Saft und Wachs.

Für beide Bienenarten fehlt genügend Futter. Die Biolandschaft ist sicher ein Feld für den perfekten Genuss von Früchten und Gemüse. Für die Bienen fehlt aber ein Ernährungstisch. Die Bienen werden durch Pestizid-Einsatz krank, Eier oder Larven werden unfruchtbar. Langfristig sterben viele Bienen an einem Giftcoctail.


Übrigens: Trifft man mit einer Biene zusammen, sollte keine nervöse Reaktion gezeigt werden. Die menschliche Ruhe überträgt sich auch auf die Biene. Sticht eine Biene eine Risikoperson mit Herzrhythmusstörungen, Allergien oder jemanden, der Medikamente eingenommen hat, sollte immer ein Notfallset zur Stelle sein. Bei gewissen Symtomen ist eine Einweisung als Notfall in eine Klinik wichtig.