ZUR DIGITALISIERUNG IN DER REGION WIL BESTEHT WEITERER DISKUSSIONSBEDARF


Am ersten Vernetzungstreffen zum digitalen Wandel am Dienstagabend, 29. Januar 2019, im Büro Lokal Wil nahmen 17 Interessierte aus unterschiedlichen Branchen teil. Die Rückmeldungen waren durchwegs positiv. Weitere Interessierte waren wegen anderweitiger Termine verhindert.


(Adrian Zeller)
Den Auftakt in den Abend machte Eva De Salvatore-Spaar mit einem Kurzreferat unter dem Titel «Karriere 4.0» und nahm sich dabei selber zum Beispiel. Nach einem Publizistik-Studium an der Uni Zürich sammelte sie vor allem im Bankensektor Berufserfahrungen.

Nach der Geburt ihres ersten Kindes 2013 wurde sie zur Jungunternehmerin und gründete ein Startup für ökologisch und nachhaltig produzierte Babykleider aus Bambus. Heute kümmert sich vor allem ihr Mann um die Firma, sie führt die Geschäfte von «IT St. Gallen rockt!», dieser Branchenorganisation gehören derzeit 78 Firmen und Bildungsinstitutionen in der Ostschweiz an.

Heterogenes Publikum

Im anschliessenden rund einstündigen Gespräch am Runden Tisch zeigte sich, dass die Anwesenden einen sehr unterschiedlichen beruflichen Hintergrund und Zugang zum Thema haben. Dies verlieh dem Meinungsaustausch besondere Lebendigkeit. Auch dass die Gesprächsteilnehmer altersdurchmischt waren, führt zu interessanten unterschiedlichen Sichtweisen.
Es waren unter anderem Fachpersonen des Detailhandels, des Gesundheitswesens, des Marketings, der Unternehmensberatung, der Kunst, der Medien sowie Informatik-Fachleute anwesend. Zu den Gesprächsteilnehmern zählten auch einige Vertreter des Stadtparlaments sowie dessen Präsident Marc Flückiger.

Unterschiedliche Sichtweisen

Die meisten Voten bezogen sich auf die neuen Möglichkeiten durch den digitalen Fortschritt, allerdings wurde auch Kritik geäussert. So hiess es etwa, schlecht organisierte Prozesse würden nicht automatisch besser, nur weil sie künftig ein Computer oder ein Roboter ausführe. Auch der Umgang mit den persönlichen Daten – Stichwort: gläserner Mensch – wurde unterschiedlich bewertet. Im Weiteren waren die gesellschaftlichen Veränderungen im Zuge der Digitalisierung ein Diskussionsthema.
Insgesamt war die Haltung der Anwesenden gegenüber der Digitalisierung positiv, wenn auch unklar ist, wohin die weitere Entwicklung genau geht und wie die Politik angemessen darauf reagieren kann.

Fortsetzung geplant

Es wurde nicht nur im Plenum diskutiert, im Anschluss wurden auch zu zweit oder in kleinen Gruppen Meinungen und Erfahrungen ausgetauscht und Networking gepflegt. Es hiess, auch im Zeitalter von WhatsApp, Facebook und Snapchat usw. sei das Bedürfnis nach persönlichen Begegnungen ausserhalb des Cyberspace ungebrochen.

Diese Art von Events zur Digitalisierung in der Region entspricht gemäss den Rückmeldungen verschiedener Teilnehmender einem Bedürfnis. Weitere Veranstaltungen zum Thema werden im Coworking Space Büro Lokal folgen.