ZWEITE „WOMANOST“ IN WIL MIT STARK WACHSENDER BETEILIGUNG


180 Frauen trafen sich am Samstag, 30. März, in der Kanti Wil zur zweiten «womanost» unter dem Motto «quer denken – quer machen». Das sind mehr als doppelt so viele wie bei der ersten Veranstaltung vor zwei Jahren. Das OK ist mit dieser Bilanz sehr zufrieden. «Es hat sich gezeigt, dass Frauenthemen zu wichtig sind, um nicht darüber zu sprechen», sagt Yvonne Ziegler vom OK. Die dritte «womanost» findet am 27. März 2021 statt.


(Text: Marlene Kovacs, womanost; Fotos: Lynn Grau)

Kühe haben mehr Lobbying

Wichtig war die Veranstaltung auch für die Grussrednerin Karin Keller-Sutter. «Ich wurde als Ständerätin zur ‚womanost‘ eingeladen und kam als Bundesrätin», sagt sie. Diesen Termin hätte sie sich nicht entgehen lassen wollen. «Wir Frauen müssen uns gemeinsam engagieren.» Und diese Veranstaltung helfe dabei, das Vertrauen der Frauen in ihre Fähigkeiten zu stärken.

Bundesrätin Karin Keller-Sutter gab der Veranstaltung zusätzliches Gewicht.
Franziska Schutzbach

Gespannt folgten alle Zuhörerinnen auch den Worten der Referentinnen. «Kühe haben mehr Lobbying im Parlament als Frauen», erklärt Geschlechterforscherin und Soziologin Franziska Schutzbach. «Frauen haben 108 Milliarden weniger Einkommen als Männer», sagt Politologin Manuela Honegger. Noch immer würden Frauen die meiste Haus- und Betreuungsarbeit leisten – gratis. Sie ruft auch deshalb am 14. Juni zu einem landesweiten Frauenstreik auf.

Manuela Honegger

Ein gutes Netzwerk

In den verschiedenen Workshops konnten sich die Teilnehmerinnen am Nachmittag in diverse Themen vertiefen. Überfüllt war der Saal bei Influencerin Sylwina Spiess. «Wir Frauen haben alle Ziele im Leben, die wir unbedingt verfolgen müssen», sagt die Firmeninhaberin. «Ein gutes Netzwerk, ob Face to Face oder im Internet, kann dabei helfen, diese Träume schneller zu verwirklichen.» Und nicht nur geistig kamen die Frauen an dem Event auf ihre Kosten, auch körperlich. So bot Katharina Eisenring von «Pallas» eine Schnupperstunde in Selbstverteidigung für Frauen und Mädchen an. «Ich selbst wurde zum Opfer von Gewalt», erklärt sie am Anfang ihres Workshops. «Deshalb habe ich begonnen mich zu wehren und meine Grenzen zu setzen.»

www.womanost.ch

Kaffeepause – Zeit für Gespräche.
Stehlunch – frische Kräfte tanken für die Workshops am Nachmittag.
Sie hielt die Ereignisse des Tages fest: „Graphic Recorder“ Stephanie Gerteis.

Rückblick

Unter dem Motto «Austauschen – Auftanken – Lernen» führte der Verein FrauenVernetzungsWerkstatt am 21. März 1998 die erste Veranstaltung durch. Auf die FrauenVernetzungsWerkstatt sollten in den kommenden Jahren die Medienrevolution wie auch gesellschaftliche Veränderungen Einfluss nehmen. Die vielbeachtete Veranstaltung fand im März 2014 zum 16. Mal statt. Der Vorstand hat sich entschieden, der Tagung eine Auffrischung zu verpassen. Der Auftakt der neuen Event-Serie, mit dem Namen «womanost», startete am 25. März 2017 zum Thema «sich bewusst – selbst bewusst – bewusst wir». Am Samstag, 30. März 2019, fand die Frauentagung zum zweiten Mal unter dem neuen Namen und dem Motto «quer denken – quer machen» statt.

Das OK womanost 2019 mit Karin Keller-Sutter: v.l. Brigitta Mettler, Wigoltinger Gemeindepräsidentin Sonja Wiesmann Schätzle, Bundesrätin Karin Keller-Sutter, Yvonne Ziegler und Jaël Zürcher.. (Bild: womanost)