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Kanton SG
10.07.2022

«Was du verkündest, erfülle im Leben»

Bischof Markus Büchel übergibt Martin Rusch das Evangeliar. Bild: Bistum St.Gallen / Kommunikation
Am Samstag, 9. Juli 2022, hat Bischof Markus Büchel in der Kathedrale vier ständige Diakone geweiht: Martin Rusch (Seelsorgeeinheit Gossau), Richard Burki (Seelsorgeeinheit Werdenberg), Michael Nolle (Seelsorgeeinheit Oberes Toggenburg) und Robert Schätzle (Seelsorgeeinheit Rapperswil-Jona). Eine grosse Gottesdienstgemeinde feierte die Weiheliturgie mit.

Mit der Weihe zu ständigen Diakonen möchten sich die vier Seelsorger noch verbindlicher in den Dienst der Kirche und des Bistums St.Gallen stellen. Ursprüngliche und bleibende Aufgabe des ständigen Diakons ist die Diakonie, der soziale Dienst im Geiste Jesu. Weitergehören die Verkündigung der Frohbotschaft, das Mitwirken in Gottesdiensten, die Feier von Taufen und Hochzeiten, Segnungen und vieles mehr zu den Aufgaben. Im Unterschied zu Diakonen, die auf dem Weg zum Priesteramt sind, können Kandidaten für den ständigen Diakonat verheiratet sein.

In der Weiheliturgie wurden sie durch Franz Kreissl, Diakon und Pastoralamtsleiter, vor dem Bischof als würdig und geeignet erklärt. Ebenso stimmten die Ehefrauen vor dem Bischof der Weihe zu. Während der Allerheiligenlitanei lagen die Weihekandiaten auf dem Boden ausgestreckt. Dies als Zeichen der eigenen Schwachheit und des Angewiesenseins auf die Hilfe Gottes. Dann wurde ihnen von Bischof Markus Büchel durch Handauflegung und Gebet die Diakonenweihe gespendet, bevor ihnen die Diakonenstola umgelegt wird. Zum Schluss des Weiheaktes erhalten sie von Bischof Markus Büchel das Evangeliar mit den Worten: «Empfange das Evangelium Christi. Zu seiner Verkündigung bist du bestellt. Was Du liest ergreife im Glauben; was du glaubst das verkünde, und was du verkündest erfülle im Leben». (Bistum SG/Sabine Rüthemann)

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Weihegebet durch Bischof Markus Büchel. Bild: Bistum St.Gallen / Kommunikation

Predigt Bischof Markus Büchel:

«Ich würde gerne Diakoninnen weihen»

«Die Diakonenweihe bedeutet, sich ganz in den Dienst nehmen zu lassen, nicht als Herr über den Glauben, sondern die Glaubensfreude im Herzen tragend und weitergebend», sagte der Bischof in seiner Predigt. Markus Büchel betonte deutlich, dass er gerne auch Seelsorgerinnen als ständige Diakoninnen weihen würde, viele wären für diesen Dienst sehr gut geeignet. Dies ist aber im weltkirchlichen Kontext zumindest bisher nicht möglich. Bischof Markus Büchel beschrieb den Diakonendienst anhand einer Geschichte: Der als Wohltäter bekannte Bischof Nikolaus von Myra erbat sich einen Urlaub vom Himmel um zu schauen, wie es den Menschen auf der Erde geht. Ein namentlich nicht bekannter Heiliger wurde ihm als Begleitung mitgeschickt. Unten angekommen sahen sie einen Pferdekarren, der tief im Schlamm steckte und nicht weiterkam. Der Kutscher fluchte und schlug die Pferde. Der namenlose Heilige begann zu beten, während Nikolaus von Myra bereits im Dreck stand und den Wagen anschob bis es weiterging. «Das ist eure Aufgabe», wandte der Bischof sich an die vier neuen Diakone. «Bei den Menschen sein, sie begleiten, in Freude und Trauer, in Einsamkeit oder Krankheit», betonte Markus Büchel. Das bedeute auch im Schlamm zu stehen, wenn es nötig sei, auch «im Schlamm» einer Kirche, von der sich immer mehr Menschen abwenden. Manchen gehen kirchliche Entwicklungen und Veränderungen zu schnell, anderen viel zu langsam. In diesem rauhen Wind stehen alle Seelsorgenden und mit ihnen der Bischof. Zum Schluss seiner Predigt dankte er allen für die Unterstützung und die Begleitung von Richard Burki, Michael Nolle, Martin Rusch und Robert Schätzle. Ein spezieller Dank ging an die Ehefrauen, die Familien und die Seelsorgeteams für die Begleitung der vier Diakone auf ihrem Weg. (Bistum SG/Sabine Rüthemann)

Im Bild v. l. Martin Rusch, Robert Schätzle, Bischof Markus Büchel, Richard Burki und Michael Nolle. Bild: Bistum St.Gallen / Kommunikation

Martin Rusch, Seelsorgeeinheit Gossau

Aus Appenzell Innerrhoden stammt Martin Rusch (1971). Er war Schreiner, Holztechniker und führte ein eigenes Geschäft für Architektur und Innenausbau. Seit 2009 war er durch verschiedene Ausbildungsschritte auf dem Weg zum Theologiestudium, dass er in Chur abschloss. Seit 2018 arbeitet er als Seelsorger für die Seelsorgeeinheit Gossau. Martin Rusch ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Söhnen. Die Arbeit im Seelsorgeteam und mit den Menschen erfüllt den Appenzeller mit grosser Freude, er sieht in der Weihe eine zusätzliche Stärkung für den kirchlichen Dienst. Die Menschen sind ihm wichtig, seine Spiritualität ist gefestigt und bodenständig. Sein Team beschreibt Martin Rusch als belastbar und als Mitarbeiter mit grossem Rucksack an Erfahrung aus Beruf und Freiwilligenarbeit. Seinen Rucksack nahm er in früheren Jahren als Mitglied der Alpinen Rettung und über fünf Jahre als Rettungsspezialist Helikopter für die Rega hervor.

Bistum St. Gallen / Sabine Rüthemann