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Stadt Wil SG
09.11.2022

Saxophonklänge wirbelten durchs Baronenhaus

Bild: zVg / wil24.ch
Die renommierte und aus der Ukraine stammende Saxophonistin Valeriya Bernikova begeisterte zusammen mit dem belarussischen Pianisten Yauheni Spiridonov am Sonntagabend im Baronenhaus in Wil das Konzertpublikum. Die beiden Musiker wohnen seit Jahren in der Schweiz und konzertieren und unterrichten erfolgreich.

Das vielfältige Programm bot alles andere als traditionelle Kammermusik und Saxophon und Flügel präsentierten sich in grösster klanglicher Vielfalt. Mit der Histoire du Tango von Astor Piazzolla wurde das Konzert eröffnet. Das Original wurde für Flöte und Gitarre geschrieben. In der Bearbeitung für Sopransaxophon und Klavier brachten die beiden Musizierenden warme, nachdenkliche und auch temperamentvoll beschwingte Klänge in die stilvollen Räume des Baronenhauses.

Vom spanischen Saxophonisten und Komponisten Pedro Itturalde stammte der darauffolgende Csardas. Rhythmus und Tempo wechselten in rascher Folge. Valeriya Bernikova spielte nun auf dem Altsaxophon und ihr gelang es, mit ihrer Interpretation zwischen gefühlvoll und virtuos die Zuhörenden in die Musik hineinzuziehen.

In der Folge präsentierten sich die beiden Künstler je mit einem Solostück. Elise, von Beethoven, dachten sich alle. Doch nach dem bekannten Beginn war das Erstaunen gross, als Yauheni Spiridonov das Stück in eine Jazzversion abwandelte, die aber immer wieder die klassischen Elemente aufnahm. Valeriya Bernikova wagte es anschliessend, dem Publikum ein Werk des zeitgenössischen Komponisten Philippe Geiss zu präsentieren. Gleichzeitig wurde das Publikum miteinbezogen, da es ein Musikstück für Saxophon, Stimmen und Perkussion war. Stimmen des Publikums und Perkussion aus der JBL-Box ergänzten das brillante Spiel der Saxophonistin. Erfreulich war, wie das Publikum partizipierte und sich von der Solistin mitreissen liess.

Rudy Wiedoeft war ein Saxophonist und Salonmusikstar zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Mit seinem Valse vanité komponierte er einen prächtigen Walzer für Altsaxophon und Klavier, welcher facettenreich dargeboten wurde.

Den Abschluss des Konzerts bildeten zwei eher bekannte Werke: The Entertainer von Scott Joplin und Three Preludes von George Gershwin. Das Werk von Gershwin wurde im Original für Solo-Klavier geschrieben und beinhaltet die drei Sätze: Charleston, Blues und Foxtrott. In ihrem Kurzkommentar zum Musikstück meinte Valeriya Bernikova: "Mir gefällt die Saxophon-Bearbeitung bedeutend besser". Von dieser Überzeugung liess sich das Publikum anstecken, welches das grossartige Konzert mit langanhaltendem Applaus quittierte. 

pd / wil24.ch