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Jonschwil
28.04.2023

Solargenossenschaft Jonschwil sucht weitere Dächer

Im Bild v.l. Oliver David (Elkuch Eisenring AG), René Rüttimann (Regionalwerk Toggenburg AG), Andreas Fischler (neues Vorstandsmitglied Solargenossenschaft) und Stefan Frei (Präsident Solargenossenschaft). Bild: pd. / uzwil24.ch
An ihrer Generalversammlung am 27. April 2023 zog die Solargenossenschaft eine positive Bilanz für das Jahr 2022. Es stehen Mittel für weitere Investitionen zur Verfügung. Im zweiten Teil der Versammlung wurde das Projekt "Fernwärme Jonschwil" vorgestellt.
Die GV der Solargenossenschaft Jonschwil fand in der Fabrikhalle der Elkuch Eisenring AG statt. Bild: pd. / uzwil24.ch

In seiner Einleitung kam Präsident Stefan Frei grundsätzlich auf die Energiepolitik zu sprechen: "Das Thema Energieversorgung beschäftigt uns alle, sei es wegen der Preisentwicklung, sei es wegen der Gefahr eines Energiemangels oder sei es wegen der Klimaproblematik. Es ist deshalb nicht verwunderlich und eigentlich erfreulich, dass ein Oberstufenschüler – nämlich Niklas Strupler aus Jonschwil - die Energie als Thema für seine Abschlussarbeit an der Oberstufe gewählt hat. In seiner Arbeit schreibt Niklas Strupler, dass die Gemeinde Jonschwil pro Kopf 3 Mal mehr Strom als der kantonale und 4 Mal mehr Strom als der nationale Durchschnitt produziert."
Trotz der guten Ausgangslage in Jonschwil ist es für Stefan Frei klar, dass die Bemühungen noch deutlich weiter gehen müssen. Das Speichern von Energie – insbesondere von Strom – braucht eine Lösung und dazu hofft er auf die Politik und auf die Forschung, damit längerfristig Lösungen gefunden werden.

Positive Entwicklung der Solargenossenschaft - weitere Dächer gesucht

In seinem Jahresbericht erläuterte Stefan Frei die auch 2022 positive Entwicklung der Solargenossenschaft. Die Stromproduktion war – auch dank gutem Wetter – auf einem hohen Niveau. Mit ihren Anlagen hat die Solargenossenschaft seit der Inbetriebnahme der ersten Anlage bereits knapp 500 Tonnen CO2 eingespart.
Leider musste die Solargenossenschaft die Anlage Sulmag/Brändle Ende März 2023 an den Gebäudeeigentümer zurückgeben, da dieser den Vertrag gekündigt hat. Die verbliebenen Anlagekosten von rund Fr. 70'000 wurden an die Genossenschaft zurückbezahlt. Diese Kündigung der Anlage zeigt gemäss Stefan Frei: "Es wird mehr und mehr attraktiv für Gebäudeeigentümer, selber Solaranlagen zu erstellen, da sich das unter dem Strich rechnet. Der Vorstand diskutiert deshalb nun vermehrt, wie die Preisgestaltung der Solargenossenschaft in Zukunft aussehen soll, damit der Genossenschaft weitere Dächer zur Verfügung gestellt werden. Als vorläufige Massnahme wurde beschlossen, den bisherigen Rabatt gegenüber dem Marktpreis beim selbst konsumierten Strompreis von 5 auf 10 % zu erhöhen."

Höhere Verzinsung der Genossenschaftsanteile

Der Jahresbericht 2022 und die Jahresrechnung 2022 wurden einstimmig genehmigt, ebenso die auf 2% erhöhte Verzinsung der Genossenschaftsanteile.

Andreas Fischler folgt auf Paul Germann im Vorstand

Paul Germann hatte auf die GV seinen Rücktritt eingereicht. Er war seit der Gründung im Jahre 2014 im Vorstand, also neun Jahre. Präsident Stefan Frei bedankte sich bei ihm und Paul Germann und überreichte ihm ein Geschenk. Neu in den Vorstand gewählt wurde Andreas Fischler. Der 48-Jährige wohnt in Jonschwil und ist für IT-Unternehmen und Startups tätig.

Die übrigen Vorstandsmitglieder und Präsident Stefan Frei wurden ebenfalls einstimmig in ihren Ämtern bestätigt:

  • Stefan Frei, Präsident
  • Stefan Haag, Vizepräsident
  • Jürg Scherrer, Aktuar
  • Peter Lenz, Kassier
  • Stefan Wild, Beisitzer
  • Thomas Gämperli, Beisitzer + technischer Berater

Als Revisoren wurden Brigitte Sutter und Markus Keller wiedergewählt.

Die Anbindung des Fernwärmenetzes Jonschwil. Bild: rwt

Vorstellung Fernwärme-Projekt Jonschwil

Im zweiten Teil der Generalversammlung stellte René Rüttimann von der rwt Regionalwerk Toggenburg AG das Projekt „Fernwärme Jonschwil“ vor.  Dabei gab er einen Überblick über die geplante Lösung, die daraus entstehenden Vorteile für die Abnehmer und den aktuellen Zeitplan.

Hängebrücke als neue, synergetische Lösung. Bild: rwt

Vorteile der Warmwasser-Versorgung via Fernwärme:
• Kein eigener Heizkessel
• Kein Brennstoffeinkauf
• Kein Heizöltank – Platzgewinn
• Wartung, Service, Kaminfeger, Abgasmessungen entfallen
• Verrechnung nach effektivem Verbrauch
• Hohe Versorgungssicherheit
• keine Anfälligkeit auf Schwankungen im Energiemarkt

Darstellung der Funktion des Fernwärme-Verteilnetzes. Bild: rwt
Anschluss und Installation. Bild: rwt

Aktueller Projektstand

Das Interesse möglicher Fernwärmebezüger ist in Abklärung. Dafür werden Impulsberatungen mit Abgabe sämtlicher Unterlagen durchgeführt. Nächste Schritte sind die Ausarbeitung des Projekts Fernwärme Jonschwil. Die Realisierung wird im Zeitraum 2024 bis 2027 avisiert.

jg / SF
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