Noch vor vier Jahren waren die Tümpel und Weiher im Riet beinahe vollständig verlandet. Die Kommission Natur
und Landschaft erarbeitete gemeinsam mit der Bürgerkorporation Zuzwil und der GeOs GmbH aus Degersheim
ein Konzept mit verschiedenen Aufwertungs- und Pflegemassnahmen. Die Massnahmen hatten folgende Ziele: Aufwertung der Moorvegetation durch Reduktion des Schilfanteils, Förderung und Erhalt des Lungenenzians,
Erhalt der Lungenenzian-Ameisenbläulinge, Förderung der Amphibienvorkommen durch das Anlegen weiterer Laichgewässer, Verbesserung des Wasserhaushalts, Aufwertung der Wiesen sowie die Gehölzpflege.
Umsetzung der Massnahmen
Das kantonale Amt für Natur, Jagd und Fischerei genehmigte das Vorhaben und sicherte einen Kantonsbeitrag
von 80'000 Franken zu, die Gemeinde einen solchen von 10'000 Franken. Im Sommer 2020 wurden die ersten Arbeiten ausgeführt und es entstanden neue Biotope. Die Verlandungen wurden entfernt und so der Verarmung der Artenvielfalt entgegengewirkt. Die Gemeinde stellte Infotafeln im Riet auf, um die Spaziergängerinnen und -gänger auf Flora und Fauna sowie Massnahmen aufmerksam zu machen und sie darüber zu informieren.
Aussichtsplattform zur Beobachtung
Der Kommission Natur und Landschaft war es ein grosses Anliegen, dass die Bevölkerung die verschiedenen Tiere
im Zuzwiler Riet beobachten kann. Im Frühjahr 2021 erstellten die Mitarbeiter des Unterhaltsdienstes deshalb
eine kleine Aussichtsplattform, von welcher man einen tollen Blick auf den Hauptweiher im Riet hat und
sieht, wie sich die Natur rund um den Weiher entwickelt.
Neuer Bewohner im Riet
Im letzten Sommer wurde zum ersten Mal ein Biber im Riet gesichtet. Dieser ist mit hoher Wahrscheinlichkeit von
der Thur her dem Brübach entlang nach Zuzwil gewandert und gekommen um zu bleiben. Nun ist er fleissig
dabei, sich im Riet seinen Lebensraum zu gestalten. Das schmale Bächlein im Ostriet staute er mit Holz, woraufhin sich das Wasser auf die angrenzenden Wiesen ausbreitete. Ein Eingriff in seine Aktivitäten ist jedoch nicht zulässig, denn der Biber und sein Lebensraum sind geschützt.