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Kultur
21.08.2020
06.09.2020 15:17 Uhr

NEUE PRÄSIDENTIN DER GENOSSENSCHAFT ALTERSSIEDLUNG ROTACHHOF

An der 24. Generalversammlung der Genossenschaft Alterssiedlung Rotachhof Zuckenriet standen die Wahlen im Mittelpunkt. Patricia Juen wurde als Nachfolgerin von Marcel Zwick gewählt, der nach zwölfjähriger Amtszeit zurücktrat.

Von links: Hausmutter Susanne Poletti, Patricia Juen (neue Präsidentin), Marcel Zwick (bisheriger Präsident) und Anita Morger (Stv. Hausmutter)

(Ernst Inauen)

Mit dreimonatiger Verspätung fand die Generalversammlung coronabedingt in der Aula der Primarschule Zuckenriet statt. Der Vorstand sorgte für die empfohlenen Schutzmassnahmen, führte eine Präsenzliste und gab Gesichtsmasken ab, die während der Versammlung ausnahmslos getragen wurden. Als Vertreter der Gemeindebehörde nahmen Gemeinderätin Patricia Juen sowie Kassier und Aktuar Markus Schlegel teil. Präsident Marcel Zwick betonte, dass die Coronapandemie auch für die Hausbewohner der Alterssiedlung Rotachhof Auswirkungen habe, denn altersbedingt würden auch sie zur Risikogruppe gehören. So wurden Gespräche untereinander und mit Besuchenden weitgehend im Treppenhaus oder per Telefon geführt. Dank ihrer Disziplin könnten nun die Massnahmen laufend gelockert werden. Im Rückblick erwähnte der Präsident den Tag der offenen Türen, der am 24. August 2019 anlässlich des Jubiläums 20 Jahre Rotachhof stattfand und gut besucht war. Die Versammlung gedachte des verstorbenen Bewohners Werner Pfeifer.

Reserven gestiegen

Erwartungsgemäss kamen zur GV weniger Mitglieder der Genossenschaft als in den Vorjahren. Marcel Zwick präsentierte und kommentierte die Jahresrechnung 2019, welche bei einem Aufwand von Fr. 254‘853.35 und einem Ertrag von Fr. 298‘175.60 mit einem Ertragsüberschuss von Fr. 43‘322.25 abschloss. Der Gewinn wurde dem Konto Gewinnvortrag zugewiesen. Diesen positiven Abschluss ermöglichte eine 100-prozentige Vermietung aller 17 Wohnungen, Minderaufwendungen beim Unterhalt und Mehrerträgen von Bund und Gemeinde für Zusatzverbiligungen. Zudem verzichten die meisten Genossenschafterinnen und Genossenschafter solidarisch auf eine Auszahlung eines Zinses. Das Kapital der Anteilscheine beträgt Fr. 287‘500.00. Der Jahresrechnung und dem Budget 2019 wurde von den Genossenschaftern ohne Diskussion zugestimmt. Die Anwesenden hatten in einem weiteren Traktandum auch über einige Statutenänderungen abzustimmen, was diskussionslos ablief.

Begegnungen von Alt und Jung

Hausmutter Susanne Poletti und Genossenschaftspräsident Pius Jung erwähnten die zahlreichen Aktivitäten des Rotachhofs. Zwar sei es mit Beginn der Coronakrise etwas ruhiger geworden, das freundschaftliche Zusammenleben habe jedoch kaum gelitten. Die Bewohnerinnen und Bewohner hätten sich sehr schnell an die neue Situation angepasst. Die Geburtstagfeiern, das gemeinsame Kochen und Essen sowie die regelmässigen religiösen Andachten bestünden weiterhin, wenn auch mit dem gehörigen Abstand. Pius Jung berichtete von den zahlreichen Besuchen und Auftritten von örtlichen Vereinen und den internen Anlässen. Er unterstrich auch die gute Zusammenarbeit mit der Spitex und zwischen Hauskommission und Genossenschaftsvorstand. Besonders habe er sich über die Kontakte mit der Jugend gefreut. So lud eine Kochschulklasse der Oberstufenschule Sproochbrugg zu einem Mittagessen ein. Die Primarschule Niederhelfenschwil führte im Rotachhof eine Projektwoche durch, wo gemeinsam gespielt, gesungen und gefestet wurde.

Wechsel im Präsidium

Vor zwölf Jahren gab Gründungspräsident Hugo Fritschi das Präsidium weiter an Marcel Zwick, der sich mit vollem Elan für den Rotachhof einsetzte. Nach seinem Rücktritt stellte sich die 56-jährige Gemeinderätin Patricia Juen als bisherige Vertreterin der Gemeindebehörden für das Amt zur Verfügung. In ihrer persönlichen Vorstellung erwähnte die Fachlehrerin an der Oberstufenschule Sproochbrugg ihren vielfältigen Ausbildungsweg und ihr breites Interessensgebiet. Sie habe die „Rotachhöfler“ gern und würde sich gerne für sie einsetzen und sie unterstützen, sagte Juen. Einstimmig wurde sie als neue Präsidentin der Genossenschaft Alterssiedlung Rotachhof gewählt. Auch für alle übrigen Mitglieder des Vorstandes und der Hauskommission war die Bestätigung für eine weitere Amtsdauer unbestritten.

Alle Dörfer machten mit

Die Geschichte der Alterssiedlung Rotachhof begann in den frühen 1990er – Jahren, als sich auf Initiative des Dorfarztes Sales Huber eine Arbeitsgruppe im Auftrag des Gemeinderates Niederhelfenschwil mit dem Thema „Wohnen im Alter“ befasste. Aus der Suche nach einer gemeinschaftlichen Wohnform, welche durch glückliches Wohnen und soziale Integration eine hohe Lebensqualität im Alter bieten kann, entstand ein Projekt für einen Neubau in Zuckenriet. Ende Juni 1996 erfolgte mit einer breiten Trägerschaft aus der ganzen Gemeinde die Gründung der Wohnbaugenossenschaft Alterssiedlung Rotachhof. Im Oktober 1997 genehmigten die Genossenschafterinnen und Genossenschafter den erforderlichen Baukredit von 3,85 Millionen Franken. In Niederhelfenschwil, Lenggenwil und Zuckenriet wurden mehrere Anlässe organisiert, deren Erlöse dem solidarischen Projekt zuflossen. So konnte im März 1998 auf dem gemeindeeigenen Grundstück in Zuckenriet bereits der Spatenstich vollzogen werden. Im Sommer 1999 konnten im dreistöckigen Wohntrakt die ersten der drei 3 ½- und dreizehn 2 ½-Zimmerwohnungen und die Dreizimmerwohnung bezogen werden. Die beinahe lückenlose Belegung in den vergangenen zwei Jahrzehnten unterstreicht das Bedürfnis nach preisgünstigen, gemeinschaftlichen Alterswohnsitzen.

Von links: Hausmutter Susanne Poletti, Patricia Juen (neue Präsidentin), Marcel Zwick (bisheriger Präsident) und Anita Morger (Stv. Hausmutter)