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Kultur
01.10.2019
06.09.2020 15:51 Uhr

BESCHWINGTE KLÄNGE IM BARONENHAUS WIL

Die beliebten Konzerte im Baronenhaus, welche unter dem Engagement der Ortsgemeinde Wil stehen, erlebten am 29. September 2019 einen fulminanten Auftritt vom Trio Artemis mit Katja Hess, Bettina Macher und Myriam Ruesch. Werke von Brahms, Schumann, Schostakowitsch und Piazzolla sorgten für einen glanzvollen Abend.

(ROPO/MuA) Das Trio Artemis, ein faszinierendes Klassik- und Kammermusik-Ensemble, ist in unserer Region nicht unbekannt. Seit ihrem gemeinsamen Studium an der Musikhochschule Winterthur im Jahr 1995 spielen Katja Hess, Violine, Bettina Macher, Violoncello, und die Wilerin Myriam Ruesch, Klavier, zusammen. Diese langjährige, einfühlsame Kooperation unterstreicht denn auch die Qualität ihrer Spielkunst, wie die Organisatoren Andrea und Roland Bosshart einleitend betonten. Mutig und mit viel Freude hat sich das Trio anspruchsvollen Werken gewidmet. Das Trio war es auch, welches beim ersten Baronenhauskonzert 2004 den Reigen eröffnete und nun bei der 10. Bosshart-Ausgabe wieder dabei war.

Grosse Leidenschaft im Spiel

Stets ist das Trio Artemis bemüht ihr Repertoire in diversen Stilrichtungen zu erweitern. Ein rundes Programm darf man schreiben. Klassische Kompositionen wie in Wil mit Johannes Brahms (1833-1897), aus Trio Nr. 2, C-Dur mit Allegro und Andante con moto, Clara Schumann-Wieck (1819-1896) mit Andante aus dem Klaviertrio op.17, dies zu ihrem 200. Geburtstag. Robert Schumann (1810-1856) mit dem Finale «Mit Feuer» aus dem Klaviertrio op. 63 sowie das Duett aus den Fantasiestücken op. 88 durften nicht fehlen und liessen die Gäste beim Zuhören in einen melodiösen Zauber eintauchen.

Selbst Dimitri Schostakowitsch (1906-1975) mit fünf Stücken, nämlich Präludium, Gavotte, Élegie, Walzer und Polka für 2 Violinen und Klavier, und zum Finale Astor Piazzolla (1921-1992) mit «La muerte del Angel» widerspiegelten die grosse Leidenschaft vom Trio Artemis, welches zudem mit Tango bis zu Themen aus Musical- und Film-Stücken zu begeistern weiss. Standing Ovation mit Zugabe zeigten die Begeisterung in der Wiler Altstadt.

Blick in die Lebensgeschichten

Clara und Robert Schumann wollten heiraten, zwar unter Problemen mit dem Schwiegervater Friedrich Wieck, der gerichtlich beklagt wurde. Am Schweizer Nationalfeiertag, am 1. August 1840, wurde die Eheschliessung gerichtlich genehmigt. Die Hochzeit erfolgte am 12. September 1840, einen Tag vor dem 21. Geburtstag der Braut in der Gedächtniskirche Schönefeld bei Leipzig. Brahms war später in Clara Schumann verliebt.

Schumanns erste Tochter Marie (1841-1929) wohnte lange in ihrem Chalet in Interlaken. Marie Schumann starb und wurde auf dem Friedhof Gsteig beerdigt. Im gleichen Grab fanden nach ihrem Tod auch Marie Fillunger, die Lebenspartnerin von Eugenie, und Eugenie Schumann selbst ihre letzte Ruhestätte.

Mit Vorliebe …

… treten die preisgekrönten Trio-Artemis-Mitglieder Katja Hess, Bettina Macher und die Wilerin Myriam Ruesch live auf, dennoch produzierten sie für die geneigte Zuhörerschaft inzwischen fünf Alben unter dem Klassiklabel Gallo. Der erfolgreiche Konzertauftritt der Master-Diplomandinnen im Baronenhaus reiht sich an Events in Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien, Frankreich, Griechenland, Spanien und Schweden.

Von 2004 bis 2015 lag die Organisation der Baronenhauskonzerte in den Händen von Gretli und Erwin Steiner.

Was für ein Glück: die Versiertheit geben die drei Musikerinnen vom Trio Artemis gerne an der Musikschule der Stadt St. Gallen, Kantonsschule Frauenfeld und am Konservatorium Winterthur an den Nachwuchs weiter. In Wil haben sie neben der bisherigen eine neue Fangemeinde gefunden.

Links:

www.wilerbuerger.ch https://www.trioartemis.ch

Nächstes Baronenhauskonzert in Wil:

Sonntag, 3. November 2019, 17.00 Uhr, mit Trio Aulos (Marietta Bosshart, Miriam Moser und Martin Gebhardt).

Wil24