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Wil SG
29.04.2020
06.09.2020 16:10 Uhr

THURVITA: AUF SOLIDER BASIS IN DIE ZUKUNFT

Im siebten Jahr ihres Bestehens erzielte die Thurvita einen Gewinn von CHF 134’000. Der Universalanbieter für Altersdienstleistungen in der Region Wil erreichte mit der Inbetriebnahme der neuen "Thurvita Küche" ein wichtiges Ziel: Thurvita kocht für alle ihre Kunden selbst.

Die Generalversammlung, die den Geschäftsbericht 2019 mit der auf den 31. Dezember 2019 abgeschlossenen Jahresrechnung genehmigte, fand heuer auf dem Zirkularweg statt. Die Delegierten der Aktionärsgemeinden und der Verwaltungsrat schützten sich so vor dem Coronavirus.

Thurvita erreichte 2019 einen Umsatz von rund CHF 30.23 Millionen. Die Personalkosten betrugen rund CHF 22,56 Millionen oder fast 75 % des Betriebsertrages. Dank einer rechtzeitigen Anpassung der Aufwendungen an die sich verändernde Nachfrage, verzeichnet Thurvita für 2019 einen Gewinn von CHF 134’000.

Zum guten Jahresergebnis trug auch bei, dass der Kanton St. Gallen nach fünf Jahren erstmals die Höchstansätze der Pflegefinanzierung in Alters- und Pflegeheimen anhob. In den sechs Thurvita Alters- und Pflegeheimen lag die Auslastung 2019 bei 93.24 Prozent. Im Durchschnitt waren also 225 der verfügbaren 242 Betten belegt. Angesichts der tiefen Nachfrage im stationären Bereich hielt die Geschäftsleitung die Stellenausstattung unter dem budgetierten Niveau. Die Massnahme verhinderte steigende Pflegekosten pro einzelnen Bewohner. Im Gegenteil: Gegenüber dem Vorjahr sanken die sogenannten "normierten Pflegekosten" sogar um ca. 3% und betrugen CHF 7'834.

Bei den Dienstleistungen der Spitex verzeichnete Thurvita eine weiterhin konstante Nachfrage. Nach dem rekordhohen Vorjahr haben sich die Pflegestunden im Jahr 2019 wieder auf einen Mittelwert eingependelt.

"Grosse Küche, grosse Klasse" und Pilotprojekte

Nach nur zehnmonatiger Bauzeit und unter Einhaltung des Budgets nahm die neue "Thurvita Küche" Ende des Jahres ihren Betrieb auf. Die Küche bedient die grossen Thurvita-Häuser Sonnenhof und Fürstenau sowie die Restaurants "Chez Grand Maman". Aus der "Thurvita Küche" gelangen zudem jährlich rund 17‘800 Menüs zu den Kunden des Spitex-Mahlzeitendienstes und dreier Mittagstische. Die Anzahl ausgelieferter Menüs hat aufgrund der Corona-Massnahmen in den ersten Monaten im 2020 nochmals deutlich zugenommen. Die Küche wird in Zukunft auch die strategischen Projekte "Rosengarten" und das "Quartierzentrum mit Spitex Stützpunkt" in Bronschhofen beliefern.

Die neuen Situationen und Möglichkeiten in den geplanten Strategieprojekten probt Thurvita bereits in Pilotprojekten. Eines setzt die "Fachübergreifende Betreuung" um, die dereinst im geplanten "Alterszentrum Rosengarten" in Rossrüti Alltag sein wird. Ein anderes Pilotprojekt liefert wichtige Erkenntnisse zum Einsatz einer digitalen Assistenzlösung für die medizinische Sicherheit – ganz ohne Videokameras und Roboter.

Der Trend bestätigt die Strategie

Weit über Wil hinaus zeigt sich bei der Nachfrage nach Betten in Heimen ein klarer Trend. Seit mehreren Jahren sinkt die Nachfrage nach klassischen Altersheim-Plätzen. Ambulante Leistungen sind immer gefragter. Die Thurvita-Strategie ist somit bestätigt: Die Angebote eher vom herkömmlichen Altersheim-Konzept wegführen, dafür die Alterswohnungen und Spitex-Leistungen aufbauen. Um das Angebot an Pflegebetten der tatsächlichen Nachfrage anzunähern, beschloss der Verwaltungsrat, im Flurhof keine Pflegewohnung mehr zu führen. Seit der Schliessung am 21. Januar 2020 zählt Thurvita 229 statt 242 klassische Heimplätze.

"Älter werden im Quartier"

Dank "Älter werden im Quartier" können ältere Menschen selbst bei hohem Pflegebedarf bis an ihr Lebensende zuhause wohnen, zum Beispiel im künftigen "Quartierzentrum mit Spitex-Stützpunkt" in Bronschhofen. 2019 einigten sich die Stadt Wil und Thurvita auf einen Baurechtsvertrag. Das Wiler Stadtparlament stimmte dem Vertrag mit grosser Mehrheit zu. Die öffentliche Auflage des  Sondernutzungsplanes erfolgte im Herbst 2019. Die Korrekturauflage wurde anfangs April 2020 abgeschlossen.

"Älter werden im Quartier" soll künftig auch im Zentrum von Wil möglich sein. Eine Machbarkeitsstudie bestätigte: Die gemischte Nutzung ist auf dem Areal "Sonnenhof" möglich – einerseits klassische Altersheimzimmer, anderseits Alterswohnungen mit flexiblem Service-Angebot. Auf dieser Grundlage bewilligte der Verwaltungsrat 2019 die nötigen Mittel, damit die Planung für die Sanierung und Erweiterung des "Alterszentrums Sonnenhof" starten kann. Die geplanten Alterswohnungen werden an der Haldenstrasse zusätzlichen attraktiven Wohnraum für alte Menschen bieten.

Neubau "Alterszentrum Rosengarten"

Zwei sehr unterschiedliche Unternehmen planen in Rossrüti auf demselben Grundstück völlig unterschiedliche Nutzungen. Die Firma Gebrüder Egli AG ist auf die Veredlung von Baumaschinen spezialisiert. Die Thurvita plant in Rossrüti ein neues Alterszentrum mit Schwerpunkt Betreuung Demenzbetroffener. Eine Machbarkeitsstudie bestätigte, dass die beiden Nutzungen nebeneinander möglich sind. In intensiven Beratungen haben die Unternehmen einen gemeinsamen Sondernutzungsplan für beide Bauvorhaben ausgearbeitet. Der Sondernutzungsplan wurde im Februar 2020 an die Stadt Wil und den Kanton zur Vorprüfung eingereicht.

Austritt Rickenbach

Der Gemeinderat Rickenbach hat beschlossen, die Vereinbarung mit Thurvita für ambulante und stationäre Leistungen per Ende 2020 zu kündigen. Der Austritt Rickenbachs aus der Aktiengesellschaft wird 2021 abgewickelt. Wie geplant, startet 2020 die gesamthafte Überarbeitung der Leistungsvereinbarungen zusammen mit den verbleibenden Vertragsgemeinden Wil, Wilen und Niederhelfenschwil.

Verwaltungsrat dankt

Ursula Burtscher trat im Frühjahr 2019 als Gemeinderätin von Wilen und damit als Verwaltungsrätin der Thurvita AG zurück. Ihr Nachfolger in beiden Funktionen ist Alfred Wenger. Der Verwaltungsrat dankt Ursula Burtscher für ihren engagierten Einsatz und freut sich auf die Zusammenarbeit mit Alfred Wenger.

Besonders herzlich dankt der Verwaltungsrat allen Mitarbeitenden der Thurvita für ihren ausserordentlichen Einsatz in der extrem belastenden Zeit des neuen Coronavirus. Die hervorragende Arbeit der Frauen und Männer bei Thurvita ist das Aushängeschild des Unternehmens und verdient Respekt und Anerkennung.

Über Thurvita

Die Thurvita AG ist eine gemeinnützige Aktiengesellschaft im Besitz der Gemeinden Wil, Niederhelfenschwil, Wilen und Rickenbach. Bei ihrer Gründung 2013 führte Thurvita vier zuvor unabhängige Institutionen – mehrere Alters- und Pflegeheime und die Spitex der Region – unter ihrem Dach zusammen. Das Ziel von Thurvita ist die Altersversorgung unabhängig von der Finanzierung durch die öffentliche Hand zu gewährleisten. Heute werden 229 stationäre Heimplätze und rund 640 ambulante Spitex-Kunden betreut. Thurvita beschäftigt 375 Mitarbeitende und ist damit einer der grossen Arbeitgeber in der Region Wil.

Wil24