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Immo & Bau
06.05.2020
06.09.2020 16:12 Uhr

EDLE MANUFAKTUR-OBERFLÄCHEN MIT ALPINEM CHARAKTER VON JÜRGEN KNOPP

Der Wiler Designexperte Jürgen Knopp-Gressani entwickelt derzeit Oberflächenmuster mit gesteinsartigen Reliefstrukturen. Die Nachfrage nach schweizerischen Themen sei bei der Innenraumgestaltung besonders gross, stellt der zweimalige Gewinner des German Design-Awards fest.  

(pd) Mit einem grossen gezackten Spachtel verteilt Jürgen Knopp-Gressani eine dunkle Masse auf einer Paneele. Seine Bewegungen wirken rasch und geübt. Einige bereits fertiggestellte Paneele mit unterschiedlich beschaffenen Oberflächen lehnen an einem Gestell in seiner Atelier-Werkstatt. Sie sind Teil einer Musterserie, die derzeit in aufwändiger Handarbeit entsteht. Die grossen Werkstücke erinnern an Steinstrukturen im Gebirge.

«Ich stelle beim Publikum eine grosse Nachfrage nach Alpenthemen in 3 D-Optik fest», betont Jürgen Knopp. «Zum einen haben die Menschen eine gewisse Sehnsucht nach der Bergwelt, zum anderen ist ihnen das Thema Schweiz wichtig.» Kürzlich hat der Designexperte eine Serie von Bildern mit Schweizer Bergmotiven für das Bundesverwaltungsgericht in St. Gallen gestaltet.

Naturmaterialien aus dem Alpstein

Die Nähe zur Natur, wie sie in den Alpen zu finden ist, scheint derzeit besonders gefragt zu sein. Aus der Natur stammen auch die Materialien, mit denen Jürgen Knopp arbeitet: Kalkhydrat, Vulkanische Erde, Tuffstein, Eisenoxyd, Lavamehl sowie verschieden Sande. Er setzt dabei auch auf die von ihm entwickelte Kombination von Design und Recycling, die er zum Begriff «Desycling» verbindet: «Alle Produkte werden mit Recycling-Granulaten von regionalen Spezialisten nach meinen Rezepturen in aufwendigen Mahlverfahren und Siebungen hergestellt.»

Einen Teil seiner Ausgangsmaterialien beschafft er selber. Er deutet auf einige Gesteinsbrocken in seiner Werkstatt, die er kürzlich im Äscher im Appenzellerland gesammelt hat. Sie werden fein zerkleinert und der Spachtelmasse beigefügt. Jürgen Knopp experimentiert gerne mit unterschiedlichen Materialien und Techniken.

Er arbeitet mit namhaften Design-Agenturen an aktuellen Projekten für Hotels, Wellnessanlagen, Kunst-Installationen und Corporate Design für Unternehmen zusammen und wird dabei auch in den Prozess der Konzeptentwicklung einbezogen. Die Gestaltungen führt er dann zusammen mit seinem Team aus. «Für das künstlerische Finish lege ich selber Hand an», betont der erfahrene Gestalter.

Schöpferischer Umgang mit Bürsten

Mittlerweile ist die Paneele mit der Masse vollständig bedeckt. Jürgen Knopp arbeitet mit Spachteln Strukturen heraus. Im nächsten Arbeitsschritt werden die Reliefs mit breiten Bürsten und Metallkämmen weiter verfeinert. «Ich habe eine grosse Auswahl an Werkzeugen», sagt der kreative Unternehmer. «Aber letztlich komme ich immer wieder auf einige wenige zurück.»

Das mittlerweile weit fortgeschrittene Werk wird nun vom Werktisch auf zwei Staffeleien verbracht. Hier bearbeitet Jürgen Knopp die Oberfläche mit routinierten und energischen Bewegungen mit einer zerknüllten Folie und mit einer feinen Bürste. Der Effekt ist ein matt glänzendes Erscheinungsbild.

Versiegelung durch Lasuren

Bis zum fertigen Musterexemplar werden weitere Arbeitsschritte folgen. Zum Abschluss wird Leinöl sowie eine Wachslasur als Firnis aufgetragen. Einige der Maserungen kommen erst dann richtig zur Geltung.

Vielleicht wird das Bildnis seinen endgültigen Platz in einem Badezimmer oder einer Wellnesszone finden. Dort ist gemäss den Erfahrungen von Jürgen Knopp Raumschmuck mit alpinem Charakter ganz besonders beliebt. Sie verleihen ein Gefühl wie in der bekannten Therme von Vals.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.knopp.ch.

Im Titelbild: Alpenpanorma im Bundesverwaltungsgericht in St. Gallen von Jürgen Knopp.