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Stadt Wil SG
01.01.2026
01.01.2026 10:09 Uhr

310 Kinder mit Laternen bringen Glück fürs das neue Jahr

Auf dem Hofplatz wurde aus dem Herzen heraus gesungen. Bild: Stefan Giezendanner
Ein stimmungsvoller und berührender Abschied vom Jahr 2025 und ein Glücksbringer für das neue Jahr 2026: Am Silvesterabend verwandelte sich die Wiler Altstadt in ein Lichtermeer aus selbstgebastelten Laternen. 310 Kinder mit ihren Familien zogen durch die dunklen Gassen der Stadt und liessen eine jahrhundertealte Tradition auf eindrückliche Weise auch dieses Jahr aufleben.

Die über 600 Mitwirkenden und Gäste lauschten gespannt einer Geschichte aus der Stadtgeschichte: In einem Gemeinderatsprotokoll von 1808 ist festgehalten, dass an jedem Silvester überprüft wurde, ob jedes Haus über eine sturmfeste Laterne für den Notfall verfügte — ein frühes Zeichen für Vorsorge und Gemeinschaftssinn. Passend dazu trugen die Kinder stolz ihre eigenen, liebevoll gebastelten Laternen durch die Nacht.

Nach dem ersten gemeinsamen Lied, begleitet von der Stadtharmonie Wil, setzte sich der Zug in Bewegung. Die Route führte durch die Marktgasse bis auf den Kirchplatz. Die verdunkelte Altstadt, die Trommelwirbel der Stadttambouren Wil und das sanfte Flackern der hunderten Laternen schufen eine ganz besondere, fast magische Atmosphäre, die Jung und Alt gleichermassen berührte.

Auf dem Kirchplatz überbrachte Stadtrat Jigme Shitsetsang die Grussworte der Stadt. In seiner Ansprache erinnerte er daran, wie wichtig lokaler Zusammenhalt und gelebte Gemeinschaft gerade in einer zunehmend polarisierten Welt seien. Der Silvesterumzug sei dafür ein schönes und sichtbares Zeichen.

Der traditionsreiche Anlass zeigte einmal mehr, wie stark Brauchtum, Geschichte und gelebte Gemeinschaft in Wil miteinander verbunden sind — und wie sie auch nach über 200 Jahren nichts von ihrer Bedeutung verloren haben.

Stadtharmonie Wil. Bild: Stefan Giezendanner
Wiler Stadttambouren. Bild: Stefan Giezendanner
Ansprache von Stadtrat Jigme Shitsetsang. Bild: Stefan Giezendanner
Laternen mit Scherenschnitten. Bild: Stefan Giezendanner
Der ersehnte "Silvestermann" als Belohnung. Bild: Stefan Giezendanner
Die Helfer um Organisator Ruedi Schär (ganz rechts) verteilten "Silvestermannen" an die 600 Besucher und man hörte viele "Ae guets Neuis", bevor die Familien zu den eigenen Silvesterfeiern aufbrachen Bild: Stefan Giezendanner
Stefan Giezendanner / jg
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