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Kanton SG
19.02.2021
19.02.2021 09:57 Uhr

"Gemischtes Bild mit Silberstreifen am Horizont"

Diskussion am virtuellen "Horizonte": v.l. Regierungsrat Marc Mächler, René Walser, Geschäftsleitung SGKB, und Moderatorin Sabine Bianchi (Screenshots jg). Bild: Screenshot sgkb yg
Aufgrund der Pandemie hatte die St.Galler Kantonalbank dieses Jahr zum virtuellen "Horizonte"-Event eingeladen. Die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen in der Corona-Krise standen im Mittelpunkt. Von den Referenten wurde aufgezeigt, dass sich auf allen Ebenen - wirtschaftlich, gesellschaftlich und persönlich - auch Nachhol- und Lerneffekte ergeben können, welche für die Zukunft Vorteile bringen.

Statt wie üblich in sechs regionalen Events wurde Corona-bedingt ein gemeinsamer virtueller Anlass durchgeführt. Obwohl Apéro und persönliche Kontakte - wie Umfrage und Chatinhalte zeigten - "schmerzlich" fehlten, überzeugte das Programm und liess die zwei Stunden dauernde Veranstaltung wie im Flug vergehen.

"Persönliche Kontakte sehr wichtig"

Nach einem Infotainment-Warm-up mit Impressionen aus der Stadt St.Gallen begrüsste René Walser, Bereichsleiter Privat- und Geschäftskunden und Mitglied der Geschäftsleitung der St.Galler Kantonalbank, die - geschätzt - über 2'000 Teilnehmenden am Online-Event. Walser unterstrich in seiner Einleitung die Bedeutung der regelmässigen persönlichen Kontakte mit Kundinnen und Kunden, die für einmal nun virtuell erfolgten.

René Walser. Bild: Screenshot sgkb yg

Gute Basis schaffen

Eine Standortbestimmung im Kontext der internationalen und nationale Lage vermittelte Caroline Hilb, Leiterin Anlagestrategie und Analyse. Sie erläuterte den Einbruch der Weltwirtschaft im Frühjahr 2020 und den schnellen "Rebound" der Börsenkurse. Sie zeigte sich optimistisch, dass die Massnahmen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) mit der lockeren Geldpolitik und dem stabilen Franken, gepaart mit den anlaufenden Impfungen, für eine wirtschaftliche Erholung sorgen werden.

Caroline Hilb. Bild: Screenshot sgkb yg

Viele Branchen hart getroffen

Zur aktuellen wirtschaftlichen Lage in der Ostschweiz sprach Beat Schiffhauer, Senior Strategieanalyst. Während Firmen in zahlreichen Branchen - Industrie, Medien, Events, Kultur, Gastronomie - stark litten und einige sogar existentiell bedroht seien, gebe es auch Branchen, die nicht in Mitleidenschaft gezogen würden - wie die Bauwirtschaft - oder sogar davon profitieren konnten - wie Online-Vermarkter und Finanzdienstleister. 

Beat Schiffhauer. Bild: Screenshot sgkb yg

"Unterstützung nötig - Weiterdenken wichtig"

Über diese in Krisenzeiten notwendige Unterstützung durch den Staat sprachen anschliessend - unter der Leitung von Sabine Bianchi -  Regierungsrat Marc Mächler und René Walser. Marc Mächler gab zu, dass die Politik nicht immer schnell genug und zielführend gehandelt habe. Jetzt sieht er die Abfederung der wirtschaftlichen Härten auf gutem Wege. 
Marc Mächler motivierte alle Teilnehmenden, sich bereits jetzt Gedanken zu machen, was "nach Corona" kommt. Diese Vorbereitung tue einem auch persönlich gut und öffne den Blick auf neue Chancen am Horizont. Er selber sei stets Optimist und das helfe ihm auch in schwierigen Zeiten wie gerade jetzt.

Marc Mächler. Bild: Screenshot sgkb yg

"Das längste Kreativitätsseminar"

So beschrieb Katja Gentinetta, politische Philosophin, in ihrem Referat die Pandemie. Sie ging auf die Folgen der Unsicherheit ein, mit der wir Menschen leben müssen. Anhand einer ganzen Reihe von Paradoxen (siehe Videoclip), die sich in der Pandemie gezeigt hätten, konnte sie darstellen wie man aus den neuen Erfahrungen lernen kann. Sie sei gespannt, wie sich dies "nach Corona" auf das persönliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben auswirken werde. Das Denken "out-of-the-box" sei auf jeden Fall  gefördert worden und könne uns weiterbringen.

Katja Gentinetta. Bild: Screenshot sgkb yg
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