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Kultur
02.03.2021
03.03.2021 08:00 Uhr

Operette Sirnach: Lichtstreifen am kulturellen Horizont

Bild: zVg
Die Operette Sirnach plant nach nervenzehrenden Monaten für den Januar 2022 die Premiere des «Weissen Rössls». Dass nun an der Aufnahme der Produktion gearbeitet wird, erfüllt alle Beteiligten mit Freude und Zuversicht.

Der Frühling macht es vor: Die Energien sind da, die Kräfte steigen, das kulturelle Leben will  an allen Ecken wieder aufspriessen und belebt so wichtige Werte wie Freude und Gemeinschaft.
Die Corona-Pandemie mit all ihren Folgen erzeugte in der Kulturwelt ein grosses Vakuum, von dem nebst Musikerinnen und Musiker auch das Publikum betroffen war und noch immer ist. Natürlich kann man solche Zeiten mit Aufnahmen und Streamings überbrücken, aber auf Dauer kann dies niemals das Live-Erlebnis eines Theaterabends ersetzen.

«Ich bin zuversichtlich»

Florence Leonetti, Produktionsleiterin der Operette Sirnach und Leiterin der Tonhalle Wil ist von diesem Vakuum sehr betroffen. «Es ist schwierig, sich immer wieder auf eine neue Situation einzustellen, Lösungen für reduziertes Publikum zu suchen, Vorstellungen zu verschieben und dann doch wieder alles absagen zu müssen», schreibt sie in einem Interview. Für sie ist die Premiere des «weissen Rössl» ein klarer Lichtstreifen am Horizont: «Ich bin zuversichtlich, dass wir bis dahin wieder so Theater machen dürfen, wie wir es gewohnt sind.», so Leonetti. In ersten Kontakten zu Sirnachern und Sirnacherinnen erfuhr sie sehr viel Bereitschaft mitzuwirken und Vorfreude auf die Produktionszeit.

Flexibilität erforderlich

Natürlich geben die Richtlinien des BAG den Takt für die Probenarbeit vor. Die Aufnahme der Chorproben ist für den 31. Mai 2020 vorgesehen. Sollte dies noch nicht möglich ein, könnte man im Juni mit Kleingruppen beginnen. Flexibilität und Improvisationstalent werde es brauchen, darüber ist sich auch Andreas Signer, musikalischer Leiter der Operette Sirnach im Klaren: «Es wird eine gewisse Lockerheit von Nöten sein, da uns Corona schon noch eine Weile begleiten wird».
Auch für Signer war das Jahr 2020 eine Achterbahn der Gefühle: Wo im September die Aussicht auf Konzerttätigkeiten Hoffnungen weckte, wurde dies bald wieder zunichte gemacht. Auch das Vorsingen für das «weisse Rössl» gestaltete sich aufgrund der Einreisebestimmungen schwierig.

Spritzige und temporeiche Produktion

Regisseur Giuseppe Sina verspricht ein spritziges und temporeiches «Rössl», die Vorbereitungen im Team sind von spannenden und kreativen Diskussionen geprägt. So wird das Orchester beispielsweise nicht im traditionellen Orchestergraben sondern als Bestandteil der Szenerie mitten auf der Bühne sitzen und somit direkt in das Geschehen eingebunden sein. «Mich erwartet ganz viel positive Energie!», schreibt Signer: «Nachdem Sänger und Instrumentalisten ein musikalisch armes Jahr 2020 hatten, rechne ich mit einer sehr motivierten Truppe, mit der ich arbeiten darf».
Im Augenblick werden noch Chorsängerinnen und -sänger für die Mitwirkung am «weissen Rössl» gesucht. Interessierte können sich an florence.leonetti@operette-sirnach.ch wenden.

ms