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Lifestyle
24.04.2021

Natur vor der Haustüre macht glücklich

In einem Naturgarten fühlen sich viele Lebewesen wie etwa Insekten wohl. Bild: Bernadette Gerber
Frühlingszeit – Gartenzeit. Einen Naturgarten können alle haben, auch auf dem Balkon. Hobby-Naturgärtnerin Bernadette Gerber berichtet in einer Serie, wie jeder seinen Naturgarten hegen und pflegen kann.

Vielen kribbelt es bereits in den Fingern, um wieder der Natur zuzuschauen, wie sie alles spriessen lässt, und natürlich, um selber Hand anzulegen. Gerade Neuanfänger fragen sich natürlich, was für ein Garten sie nun anlegen sollen.

Ich bin der Meinung, dass der Naturgarten unsere Zukunft ist, weil er, wie es der Name schon sagt, die Natur nachahmt. Wir haben schon so viel Natur verbraucht, verbetoniert, verbaut und auch vergiftet, darum möchte ich Sie mitnehmen in die Welt des Naturgartens!

Was ist überhaupt ein Naturgarten?

Ein Naturgarten orientiert sich an der Natur, die in seine Umgebung passt, es werden einheimische Pflanzen gesetzt und man benützt kein Gift, sprich Unkrautvertilger, Kunstdünger oder Schneckenkörner! Auch keine selbstfahrenden Rasenmäher!

Strukturen eines Naturgartens

In einem Naturgarten sollte es verschiedene Strukturen haben:

  • Ein Steinhaufen, einfach grössere Steine lose aufeinandergeschichtet
  • Asthaufen aus losen abgebrochenen oder abgeschnittenen Ästen
  • Ein Teich
  • Ein Wildbienenhaus
  • Ein Nistkasten

Natürlich können jeweils auch mehrere dieser Strukturen da sein, das kommt ganz auf die Grösse des Gartens an.

Die Steine für den Steinhaufen sollten eher grösser sein, also nicht Kies, sondern 10-20cm grosse Steine. Diese dienen vor allem Eidechsen, denn sie lieben warme Steine, die von der Sonne beschienen werden.

Die Äste für den Asthaufen dienen vielen Kleintieren als Unterschlupf oder als Versteck gegen ihre Feinde.

Der Teich oder Weiher dient in erster Linie für alle freilebenden Tiere als Trinkwasser oder auch zum Baden. Er kann klein sein, so etwa eine grössere Vogeltränke. Ist diese aber in der Höhe und dient nur den Vögeln, sollte auch am Boden noch eine Wasserstelle eingerichtet werden.

Ein Wildbienenhaus hängen wir auf, weil Wildbienen sehr wichtig sind für die Biodiversität und ihnen viel von ihrem Lebensraum weggenommen wurde.

Der Nistkasten für die Vögel gehört eigentlich in jeden Naturgarten, wenn möglich sogar mehrere, mit verschieden grossen Öffnungen für grössere und kleinere Vögel.

Das Gras

Das Gras sollte nur ein- bis zweimal im Jahr geschnitten werden. Schneiden Sie nicht alles am gleichen Tag, sondern jeden Tag oder jede Woche ein Stück, damit die Insekten, die darin wohnen, eine Zufluchtsmöglichkeit haben.

Geschnitten wird schonend, wenn möglich mit einer Akkuschere. Wenn der Garten gross ist, kann man den Rasenmäher benützen. Und wer mit einer Sense arbeiten kann, umso besser, das geht aber eher bei grossen Grasflächen. Einen Freischneider oder Fadenmäher würde ich nur im Notfall benützen, denn dieser zerhackt alles kurz und klein. Eben auch alle Insekten und Raupen, die zu Schmetterlingen werden, oder Weinbergschnecken, sowie Eidechsen und Igel, die sich gerne unter einem Strauch verstecken.

Vögel füttern

Eine Futterstelle für Vögel ist auch durch die warme Jahreszeit nicht falsch. Früher fütterte man sie nur im Winter. Heute hat sich das geändert, da man den Vögeln so viel Lebensraum weg genommen hat durch Strassen, Schienen, Häuser und sterile Gärten, dass man ihnen ruhig das ganze Jahr hindurch Futter anbieten darf.

Balkon oder Terrasse

Auch Ihren Balkon oder die Terrasse können Sie naturnah gestalten mit einheimischen Pflanzen und verschiedenen Strukturen, einfach im kleineren Format. Ich komme in einem späteren Bericht darauf zurück, wie Sie ihren Balkon naturfreundlich gestalten können.

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Bernadette Gerber, Hobby-Naturgärtnerin