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Bildung
15.06.2022

Einfache HSG-Kursplanung dank «Biddit»

Die Köpfe hinter «Biddit»: Marc Gruener und Micha Brugger. Bild: unisg.ch
Das System für die Kursplanung an der HSG ist nicht ganz einfach. Das wollten zwei Studenten ändern und haben deshalb ein Online-Tool entwickelt, das die komplizierte Vergabe von Kursen vereinfacht.

Bei der Wahl ihrer Studienfächer werden Bachelors an der HSG zwangsläufig mit dem sogenannten «Bidding» konfrontiert. In verschiedenen Runden müssen die Studentinnen und Studenten Punkte auf Kurse setzen, die sie im nächsten Semester besuchen möchten. Dieses Versteigerungsverfahren führt dazu, dass die Studenten abwägen müssen, wie viele Punkte ihnen der Kurs wert ist. Das ist gerechter als das alternative «first come, first served»-System, sorgt bei den Teilnehmern aber wegen der höheren Komplexität häufig für rote Köpfe.

Um diesen Vorgang einfacher zu gestalten, haben die beiden Master-Studenten Marc Gruener (MBI) und Micha Brugger (MBI & CEMS) im vergangenen Sommer das Tool «Biddit» entwickelt.

«Als HSG-Studierende kennen wir beide das Bidding aus eigener Erfahrung», erklärt Marc Gruener. «Es ist kompliziert und aufwendig, dass man sich die nötigen Informationen von verschiedenen Seiten zusammensuchen und auswerten muss. Da wir beide keine Lust mehr darauf hatten, dachten wir: Lass uns ein Tool bauen, mit dem das einfach ist. Das ist Biddit.»

«Wir kannten die Probleme aus erster Hand und haben damit angefangen, um diese ‹Pain Points› herum ein Tool zu entwickeln», ergänzt Micha Brugger. «Zentral für uns war es, alle für die Semesterplanung benötigten Informationen zusammenzubringen und übersichtlich darzustellen, damit man sich seinen Stundenplan zusammenstellen und sicher sein kann, dass sich die Kurse zeitlich nicht überschneiden.

«Biddit» zeigt den Usern alle relevanten Informationen der gewählten Kurse und ob sich diese überschneiden. Damit wird das mühsame Planen auf Papier oder in eigenen Excel-Tabellen überflüssig. Bild: unisg.ch

Entstanden ist die Idee für «Biddit» im Sommer 2021 – gerade mal vier Wochen vor dem nächsten offiziellen Bidding an der HSG. Erschwerend kam hinzu, dass Marc Gruener zu dieser Zeit noch in einem Vollzeitpraktikum war. Am Ende konnte das Tool aber eine Woche nach dem Bidding-Start gelauncht werden.

«Die Zeit war auf jeden Fall sehr spannend, aber wir haben auch extrem viel in dem Prozess gelernt. Wir beide hatten vor dem Beginn mit Biddit zwar bereits Programmierkenntnisse, Web Development in dem Umfang haben wir aber noch nie gemacht. Sprich wir mussten uns während der Arbeit auch noch diverse neue Technologien und Programmiersprachen beibringen», sagt Micha Brugger.

Das Feedback, dass die beiden Entwickler erhielten, war durchwegs positiv, sowohl von der Studentenschaft als auch von der Unileitung. Im ersten Bidding haben 1500 Personen das Tool genutzt, im darauffolgenden Semester waren es bereits 4500. Das ist fast die Hälfte aller Studenten. «Das war echt der Wahnsinn. Da sitzen zwei Typen, die finden, dass das Bidding etwas einfacher sein sollte und ein halbes Jahr später benutzt es die halbe Uni. Ich habe vorher noch nie etwas gebaut, das 4500 Leute benutzt haben», so Marc Gruener.

Aktuell entwickelt die Universität St.Gallen ein neues Bidding-System. Marc Gruener und Micha Brugger sind Teil des Projektteams und können dort ihre Learnings einbringen.

Hier geht's zum ausführlichen Interview mit den beiden Entwicklern von «Biddit».

Universität St.Gallen