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Kanton SG
12.09.2020

Die verlorene Ehre des Rainer S.

Rainer Schregel
Die «Weltwoche» skizziert nach, wie CH-Media-Blätter, zu denen auch das «St.Galler Tagblatt» gehört, den Wattwiler Amtsarzt Rainer Schregel um Amt und Arbeit brachten.

Es war das regionale Thema Nr. 1 Mitte August: Der Wattwiler Hausarzt Rainer Schregel wurde vom St.Galler Tagblatt an den medialen Pranger gestellt, weil er nicht die offizielle Corona-Denke vertrat - als Privatmann, wohlgemerkt, nicht als Amtsarzt, als welcher Schregel auch figuriert (stgallen24 berichtete). Schregel wurde zum Coronaleugner, zum Covidioten mit Aluhut.

Er reagierte aggressiv, schlug verbal um sich, vergriff sich dabei im Ton - sehr zur Freude der CH-Medien: Diese stürzten sich nun erst recht auf den «Abtrünnigen». Das Resultat ist bekannt: Rainer Schregel wurde nicht nur umgehend als Amtsarzt abgesetzt, sondern auch von seinem Arbeitgeber gefeuert, der zur Migros gehörenden Medbase-Gruppe. Fristlos.

Jetzt skizziert die «Weltwoche» in einem frei zugänglichen Artikel nach, wie Schregel abgesägt wurde: Eröffnet wurde die Jagd duch CH-Media-Onlinechef Rolf Cavalli, weitergeführt duch die Tagblatt-Journalistin Noemi Heule. Und den Blattschuss versetzte Tagblatt-Chefredaktor Stefan Schmid in seinem Kommentar: «Untragbar!» 

stgallen24 kommentierte schon am 14. August: «Dass Rainer Schregel mit seinem Angriff auf die Journalistin den Bogen überspannt hat und seine Beleidigungen deplatziert waren, steht nicht zur Diskussion. Die eigentliche Debatte um die es hier geht, ist diejenige, die keine mehr ist. Kritiker und Andersdenker sind keine Kritiker und Andersdenker. Sie sind sofort Coronaleugner und Verschwörungstheoretiker. ... Darf man nur dann eine Meinung haben, wenn sie dem des BAG entspricht? ... Oder sollte es einfach in Ordnung sein, andere Meinungen zuzulassen - ohne 'Ja, aber'?»

Die Weltwoche bilanziert denn auch: «Wer bei diesem politisch vergifteten Thema seine Meinung äussert, muss sich auf Ungemach gefasst machen. Unter Umständen riskiert er damit sogar seine Existenz, wie der Fall von Rainer Schregel zeigt.»

 

stgallen24/stz.