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Immo & Bau
06.11.2020
07.11.2020 08:23 Uhr

Neugestaltung Landhaus-Areal nimmt Fahrt auf

Visualisierung der geplanten Überbauung auf dem Landhaus-Areal beim Bahnhof Wil. (Bild: mettler2invest.ch)
Nach der Genehmigung des Gestaltungsplans durch den Stadtrat haben der Investor/Bauherr Mettler2Invest AG und die Stadt am 6. November 2020 über die Fortschritte informiert. Trotz Quarantäne war Stadtrat Daniel Stutz via "Zoom" mit dabei.

Die nächsten Schritte? Im ersten Quartal des Jahres 2021 soll das Baugesuch eingereicht werden. Ist im Herbst 2021 ein Baubeginn möglich, rechnet Stefan Schreiber von Mettler2Invest AG mit einer Fertigstellung bis Ende 2023.

In der Geschäfts- und Wohnüberbauung "Bahnhofstrasse 1-11" entstehen rund 100 Wohnungen (2. bis 8. OG) und 4300 Quadratmeter Gewerbe- und Dienstleistungsfläche (EG und 1. OG). Eine echte Aufwertung für das Landhaus-Areal und für die ganze Stadt Wil.

Stadtrat Daniel Stutz betont Bedeutung des Projekts für die Stadt Wil und bedankt sich bei der Bauherrin Mettler2Invest AG, beim Architekturbüro Staufer & Hasler, bei den SBB und bei seinen Mitarbeitenden des BUV (Auszug):

Die Geschäfts-/Wohnüberbauung Bahnhofstrasse 1-11 im Modell, links im Bild die Unterführung Hubstrasse.

Stefan Schreiber, Projektentwickler, Mettler2Invest AG:

Geschäfts- und Wohnüberbauung Untere Bahnhofstrasse 1-11, Wil

Ein Leuchtturm für Wil

Die Stadt Wil geniesst als Knotenpunkt und Regionalzentrum der Ostschweiz und mit der sehr guten Anbindung an die Zentren im Westen und Osten eine grosse Bedeutung. Das Grundstück an der Unteren Bahnhofstrasse liegt zentral und bestens erschlossen direkt beim Bahnhof. Das Projekt ging aus einem zusammen mit der Stadt Wil durchgeführten Studienauftrag mit namhaften Architekturbüros hervor. Es sollen Raum und Flächen für Dienstleistungen und Detailhandel, aber auch für urbanes Wohnen geschaffen werden. Das siegreiche Projekt des Büros Staufer & Hasler Architekten AG, Frauenfeld, wurde in der Folge weiterbearbeitet und in einen Gestaltungsplan gefasst. Der Stadtrat hat die Überarbeitung des Gestaltungsplans genehmigt. Zeitnah wird die Stadt den Bericht und Antrag zur Finanzierung der unterirdischen Veloparkierung dem Parlament zur Genehmigung unterbreiten. Mettler2Invest AG wird zusammen mit den Architekten und dem Planerteam das Baugesuch vorbereiten und im Januar 2021 die Baueingabe einreichen. Das Projekt tritt nun in eine nächste wichtige Phase. Mettler2Invest AG rechnet mit dem Baubeginn im 3. Quartal 2021.

Nachhaltig

Als erstes Projekt in Wil wird die Überbauung 2000-Watt-konform realisiert, zertifiziert und betrieben. Um dieses Label zu erreichen müssen strenge Kriterien bezüglich Erstellung, Betrieb und Mobilität erfüllt werden. Mittels mehrerer baulichen und betrieblichen Massnahmen werden gegenüber herkömmlichen Bauten die Treibhausgasemissionen reduziert. Das heisst unter anderem überdurchschnittliche Wärmedämmwerte, gezielte Wahl der Baumaterialien, Optimierung und Reduktion der Volumina, vor allem unterirdisch, CO2-neutrale Energieerzeugung, Fotovoltaik und Bezug von zertifiziertem Naturstrom. Die Mieter sind in das Konzept integriert und werden mittels Informationskonzept (objekteigene App) informiert und sensibilisiert.

Mobilitätskonzept für die Zukunft

Ein wichtiger Bestandteil der 2000-Watt-Konformität ist das Mobilitätskonzept. Die zentrale Lage am Bahnhof erlaubt es, die Parkplätze für Mieter zu reduzieren. Besucher finden in der öffentlichen Tiefgarage unter dem Bahnhofplatz ein angemessenes Angebot an Parkplätzen. Digitale Anzeigetafeln im Gebäude orientieren Mieter, Arbeitende und Besucher über das Angebot an öffentlichen Verkehrsverbindungen. In der Tiefgarage werden 3 Carsharing-Fahrzeuge für die Bewohner platziert. Für die Mieter und die Arbeitenden stehen überdurchschnittlich viele Veloabstellplätze zur Verfügung. Zum Angebot gehören auch Lademöglichkeiten für E-Bikes, eine Velowerkstatt und der Verleih von Elektro- oder Lastenvelos.

600 Veloabstellplätze 

Vorgesehen ist, dass die Stadt Wil als Ersatz für die bestehende Veloanlage mindestens 600 unterirdische Veloabstellplätze im Neubau realisieren wird, die nach Fertigstellung der umfangreichen Umbauarbeiten der SBB am Bahnhof direkt mit der Personenunterführung und dem städtischen Radwegnetz verbunden sein werden. Über drei Zugänge ist die Anlage sehr gut mit dem Verkehrsnetz verbunden. Das Layout der Parkierung ist eine hervorragende Lösung, die den Benutzern Sicherheit vermittelt und schnellen Zugang ermöglicht. Neben üblichen Abstellplätzen sind auch Lademöglichkeiten für E-Bikes, ein geschlossener Bereich und Plätze für Lastenvelos und Anhänger vorgesehen. Die Abstellflächen werden der südlichen Fassade entlang mittels Oblichter natürlich belichtet. Ein spezielles Farb- und Belichtungskonzept trägt zur hohen Attraktivität der Anlage bei.

Entlang der Bahnhofstrasse werden die Gebäude über den Fussgängerbereich unter den Arkaden erschlossen. Auch die Anlieferungszone für die Geschäftsflächen liegt an dieser Lage. Im Rahmen der Neugestaltung der Bahnhofstrasse wäre die Neuausrichtung als Begegnungszone mit einer geschwindigkeitsreduzierten Zone erstrebenswert und würde den zentralen städtischen Raum aufwerten.

Richtung Süden gelangt man direkt auf die Perronanlage und zu den Zügen. Im Westen am neu gestalteten Bahnhofplatz stehen Busverbindungen in die ganze Region zur Verfügung.

Die exponierte Lage stellt hohe Anforderungen an Statik, Haustechnik und Bauphysik. Die Gebäude sind massiv geplant. Die Fassade besteht aus vorgehängten Betonelementen und Holz-/Metallfenster mit Leichtmetall-Rafflamellenstoren. Die Innenhöfe sind begehbar und mit Dachgärten belebt. Sämtliche Geschäfts- und Wohnräume sind mechanisch belüftet. Die Energieerzeugung erfolgt mit Erdsonden und Wärmepumpe, ergänzt mit PV-Anlage und Sonnenkollektoren auf den Dächern. Für die Geschäftsräume besteht zudem die Möglichkeit der Kühlung.

Die Überbauung bietet im Erd- und 1. Obergeschoss über 4'300 m2 Fläche für Detailhandel und Dienstleistung. In den oberen Geschossen sind 103 Wohnungen vorgesehen.

Das Projekt ”Untere Bahnhofstrasse 1-11” hat nach einem aufwändigen Planungsprozess den jetzigen Stand erreicht. Sowohl aus architektonischer, aus funktionaler wie aus ökologischer Sicht ein Leuchtturmprojekt für Wil.

Die Herausforderungen sind lagebedingt sehr vielfältig und komplex: Die Anbindung an die Personenunterführung Ost, der umfassende Umbau der Bahnanlagen durch die SBB, die Planung der Unteren Bahnhofstrasse und die Neuplanung der Hubstrasse inkl. Unterführung bedingten eine intensive Abstimmung dieser zahlreichen Projekte in unterschiedlichen Planungsphasen und Koordination mit den Beteiligten. Das wird sich auch für die weitere Bearbeitung nicht ändern.

Die Zusammenarbeit mit den städtischen Baubehörden verläuft sehr positiv und lösungsorientiert. Insbesondere Dank dem grossen Engagement der Stadtplanung konnte die Abstimmung mit den übergeordneten Projekten gut aufgenommen werden. Die vielen - teils kontroversen - Ansprüche aus dem Umfeld der Überbauung unter einen Hut zu bringen, sind dem Departement Bau, Umwelt und Verkehr gut gelungen. Auch für die weiteren Projektschritte sind wir als Projektentwickler darauf angewiesen, dass die Baubehörde über genügend personelle Ressourcen mit der entsprechenden Fachkompetenz verfügt. Wir sind überzeugt, dass das vorliegende Projekt für alle Beteiligten eine überzeugende und in allen Belangen überdurchschnittliche Lösung darstellt.

Stefan Schreiber, Mettler2Invest, erklärt die Lage der 600 Veloabstellplätze
Lars Inderbitzin, Architekt ETH, von Staufer & Hasler Architekten Frauenfeld, stellte das Projekt vor.

Die Wiler Stadtplanerin Beatrice Aebi erläutert den Kontext aller aktuellen Projekte rund um den Bahnhof Wil (Auszug):

jg / Mettler2Invest / Stadt Wil