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Kanton SG
08.11.2020
09.11.2020 09:56 Uhr

Dr. Gut: «Der islamistische Terror in Europa ist hausgemacht»

Dr. Philipp Gut zu den Terroranschlägen in Europa: «Die Politik trägt eine Mitverantwortung an dieser jüngsten islamistischen Terrorwelle in Europa.»
Paris, Nizza, Dresden, Wien: Was kommt als nächstes? Spuren des Wahnsinns führen auch in die Schweiz. Die Politik versagt, besonders im Asylbereich.
  • Kolumne von Dr. Philipp Gut

Bei Paris wird ein Lehrer auf offener Strasse enthauptet. In Nizza werden drei katholische Gläubige in der Kirche Notre-Dame-de-l’Assomption mit einem Messer abgeschlachtet. In Dresden wird eine Person mitten in der Innenstadt ebenfalls mit einer Stichwaffe getötet, eine andere schwer verletzt. In Wien werden vier Menschen erschossen, dreiundzwanzig weitere teils schwer verletzt.

Wir haben alle diese Ereignisse im Passiv beschrieben, aber was hier vorgeht, passiert nicht einfach so. Die Taten folgen demselben Muster: Es handelt sich mutmasslich um islamistische Terrorakte, die Tatverdächtigen sind der Polizei bekannt.

Erbe der Willkommenspolitik

Und noch etwas fällt auf: Die Terroristen, die den blutigen Wahnsinn in unsere Städte und Kirchen tragen, sind praktisch ausnahmslos über die Asylschiene hierhergekommen. Der Messerstecher von Dresden darf seinen Aufenthalt in Deutschland der Willkommenspolitik von Angela Merkel verdanken. Er reiste 2015 aus Syrien in unseren nördlichen Nachbarstaat ein, nachdem die Kanzlerin die Grenzen für alle geöffnet hatte.

Der Schlächter von Paris ist ein Tschetschene, der als Flüchtling nach Frankreich kam. Der Kirchenmörder von Nizza ist ein Asylbewerber aus Tunesien, der über die klassische Mittelmeerroute zunächst im sizilianischen Lampedusa anlandete. Und der Todesschütze von Wien ist ein albanischer Nordmazedonier, der auch den österreichischen Pass besitzt.

Politik und Behörden sind mitverantwortlich

Die Politik trägt eine Mitverantwortung an dieser jüngsten islamistischen Terrorwelle in Europa. Dies nicht nur, weil die Behörden – wie etwa in Wien – eindeutige Warnhinweise ignoriert haben. Das Versagen reicht tiefer.

Wenn Asylbewerber und Flüchtlinge das Recht auf Schutz vor Verfolgung rundum als Vorwand für politisch motivierte Schandtaten missbrauchen können, dann ist etwas faul in den europäischen Staaten. Der Terror ist zu einem guten Teil hausgemacht – weil es den Migrationsbehörden nicht gelingt, echte Flüchtlinge von falschen zu unterscheiden.

«Hurra, wir kapitulieren», kann nicht das Motto sein

Doch wer nur mit dem Finger auf die anderen zeigt, der täuscht sich selbst. Auch die Schweiz hat ein Problem mit islamistischen Fanatikern. Mitglieder der Winterthurer Szene standen in Kontakt mit dem Attentäter von Wien. Darunter befinden sich auch Konvertiten, also christliche Schweizer, die zum Islam übergetreten sind.

Hier helfen keine Grenzpfähle. Es braucht, neben wirksamen Sicherheitssystemen, auch die Überzeugung und den Mut jedes einzelnen, den mörderischen Ideologen entgegen zu treten und die Werte unserer freiheitlichen Ordnung zu verteidigen. «Hurra, wir kapitulieren», kann nicht das Motto sein. Denn genau darauf spekulieren die Attentäter, indem sie Angst und Schrecken verbreiten.

Dr. Philipp Gut schreibt auf dem Online-Verbund von Portal24 jede Woche eine Kolumne, die auf den 10 dem Verbund angeschlossenen Portalen jeden Sonntagmorgen publiziert wird. Philipp Gut ist Historiker, Bestsellerautor («Jahrhundertzeuge Ben Ferencz») und einer der profiliertesten Journalisten der Schweiz. Mit seiner Kommunikationsagentur Gut Communications GmbH berät er Unternehmen, Organisationen und Persönlichkeiten.

www.gut-communications.ch

Dr. Philipp Gut, Kolumnist Wil24