Home Region Sport Magazin In-/Ausland Agenda
Kanton SG
21.07.2021

Super-Laser soll Blitze ableiten

Trumpf und die Uni Genf haben den laserbasierten Blitzableiter auf über 2500 m ü. M. in Betrieb genommen Bild: trumpf.com
Auf dem Säntis ist ein laserbasierter Blitzableiter in Betrieb genommen worden. Blitze sollen damit aus Gewitterwolken kontrolliert abgeleitet werden.

Mit der Installation einer Super-Lasers auf dem Säntis haben das Hochtechnologieunternehmen Trumpf Scientific Lasers aus Unterföhring bei München und die Universität Genf Experimente für einen laserbasierten Blitzableiter gestartet. Die Arbeiten finden im Rahmen des EU-Projekts Laser Lightning Rod statt.

Laut einer Medienmitteilung erwarten die Projektpartner von den Versuchen unter der Führung des Wetterforschers Professor Jean-Pierre Wolf von der Universität Genf zum Ende des Sommers erste Ergebnisse. Für Trumpf ist Laseringenieur Clemens Herkommer für Aufbau und Durchführung der Experimente verantwortlich, der in den vergangen vier Jahren diesen Super-Laser eigens für dieses Projekt entwickelt hat.

Der grüne Laserstrahl ist gut sichtbar. Er reicht unendlich weit in den Himmel Bild: trumpf.com

1'000 Laserpulse, um Blitze unschädlich zu machen

Die Wetterexperimente haben laut der Mitteilung das Ziel, Blitze aus Gewitterwolken gezielt und kontrolliert abzuleiten und somit perspektivisch Schäden durch unkontrollierte Blitzeinschläge zu verhindern. «Wir schiessen mit tausend Laserpulsen pro Sekunde in die Wolken und wollen damit Blitze unschädlich und die Welt dadurch ein Stück weit sicherer machen», wird Herkommer zitiert. Durch den Beschuss entsteht eine Art Kanal, das sogenannte Laser–Filament. Das lässt dem Blitz keine andere Möglichkeit, als durch den vorgegebenen Kanal kontrolliert auf dem Boden einzuschlagen.

Für die Installation musste der neun Meter lange und fünf Tonnen schwere Laser auf den Gipfel des Säntis transportiert werden. Er wurde in mehrere Einzelteile zerlegt und Ende Mai 2021 per Seilbahn und Helikopter auf den Gipfel gebracht. Der Berg Säntis wurde als Standort ausgewählt, weil dort während der Gewitterhochphase im Hochsommer hunderte Blitze einschlagen.

Der Laser soll Blitze aus Gewitterwolken kontrolliert ableiten und so Schäden verhindern Bild: trumpf.com

In das Projekt sind viele involviert

Die Entwicklung des Lasersystems hat rund 2 Millionen Euro gekostet. Das Projekt wird über das EU-Forschungsprogramm Cordis gefordert.

An dem Projekt beteiligt, sind:

  • Trumpf Scientific Lasers.
  • die Universität Genf.
  • das französische Zentrum für wissenschaftliche Forschung (CNRS).
  • das deutsche Beratungsunternehmen AMC.
  • die Eidgenössische Technische Hochschule in Lausanne (EPFL).
  • das Luft- und Raumfahrtunternehmen Ariane Group.
  • die Fachhochschule für angewandte Wissenschaften der westlichen Schweiz (HES) beteiligt.
leaderdigital.ch/stz./Wil24